Lyrik

Mittwoch, 1. Mai 2013

Komm, lieber Mai ...

juvenil begrüßt den Wonnemonat

Das heute als "Komm, lieber Mai und mache" bekannte Lied vertonte Wolfgang Amadeus Mozarts 1791 unter dem Titel "Sehnsucht nach dem Frühlinge". Dieser Vertonung ist zu verdanken, dass das Gedicht "An den May" von Christian Adolf Overbeck aus dem Jahr 1776 sich noch heute einer gewissen Bekanntheit erfreut. Weiter ...

Mittwoch, 29. Februar 2012

Der 29. Februar grüßt „Die dreizehn Monate“

In diesem Schaltjahr treffen sich bei juvenil der 29. Februar und seine kalendarisch-lyrischen Brüder: „Die dreizehn Monate“ von Erich Kästner. Weiter ...

Samstag, 31. Dezember 2011

In der Neujahrsnacht

Die Kirchturmglocke
schlägt zwölfmal Bumm.
Das alte Jahr ist wieder mal um.

Die Menschen können sich in den Gassen
vor lauter Übermut gar nicht mehr fassen.
Sie singen und springen umher wie die Flöhe
und werfen die Mützen in die Höhe.

Der Schornsteinfegergeselle Schwerzlich
küßt Konditor Krause recht herzlich.
Der alte Gendarm brummt heute sogar
ein freundliches: Prosit zum neuen Jahr.

(Joachim Ringelnatz)

Auch juvenil wünscht allen Leserinnen und Lesern
"ein freundliches: Prosit zum neuen Jahr"!

Samstag, 24. Dezember 2011

Weihnachtsschnee

Ihr Kinder, sperrt die Näschen auf,
Es riecht nach Weihnachtstorten;
Knecht Ruprecht steht am Himmelsherd
Und bäckt die feinsten Sorten.

Ihr Kinder, sperrt die Augen auf,
Sonst nehmt den Operngucker:
Die große Himmelsbüchse, seht,
Tut Ruprecht ganz voll Zucker.

Er streut - die Kuchen sind schon voll -
Er streut - na, das wird munter:
Er schüttelt die Büchse und streut und streut
Den ganzen Zucker runter.

Ihr Kinder sperrt die Mäulchen auf,
Schnell! Zucker schneit es heute;
Fangt auf, holt Schüßeln - ihr glaubt es nicht?
Ihr seid ungläubige Leute!

Paula Dehmel (aus: Auf der bunten Wiese, 1912)

juvenil wünscht allen Leserinnen und Lesern
fröhliche Weihnachten!

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Panoptikum der Poesie und Illustrationskunst

Der Arche Literatur Kalender ist eine Institution. Nun liegt zum zweiten Mal der Arche Kinder Kalender vor und wartet darauf, 2012 Woche für Woche umgeblättert und entdeckt zu werden. Weiter ...

Donnerstag, 13. Oktober 2011

juvenil gratuliert

Christine Nöstlinger zum 75. Geburtstag
mit einem Gedicht von Christine Nöstlinger
Weiter ...

Sonntag, 24. April 2011

"Da ist nun unser Osterhase"

juvenil wünscht allen Leserinnen und Lesern
mit diesem Gedicht von Kurt Tucholsky
Frohe Ostern!

Samstag, 25. September 2010

"Kinder, putzt euch eure Zähne!!“

Tag der Zahngesundheit literarisch
Schon Joachim Ringelnatz (1883-1934) machte in einem Gedicht auf das aufmerksam, was am heutigen "Tag der Zahngesundheit“ deutschlandweit ausgerufen wird:

Ernster Rat an Kinder

Wo man hobelt, fallen Späne.
Leichen schwimmen in der Seine.
An dem Unterleib der Kähne
Sammelt sich ein zäher Dreck.

An die Strähnen von den Mähnen
Von den Löwen und Hyänen
Klammert sich viel Ungeziefer.
Im Gefieder von den Hähnen
Nisten Läuse; auch bei Schwänen.
(Menschen gar nicht zu erwähnen,
Denn bei ihnen geht's viel tiefer.)

Nicht umsonst gibt's Quarantäne.

Allen graust es, wenn ich gähne.
Ewig rein bleibt nur die Träne
Und das Wasser der Fontäne.

Kinder, putzt euch eure Zähne!!

(Joachim Ringelnatz)

(lis)

Montag, 10. Mai 2010

Raffinierter "Sprachtüftler der Einfachheit"

Johann Peter Hebel wäre heute 250 Jahre alt geworden
Der in Basel geborene Dichter widmete sich in seinen "Alemannischen Gedichten" auch seiner heimatlichen Mundart. Diese fanden im gesamten deutschen Sprachraum Anklang. (lis)

Der Knabe mit dem Erdbeerschlag
E Büebli lauft, es goht in Wald
am Sunntig Noomittag;
es chunnt in d'Hürst un findet bald
Erdbeeri, Schlag an Schlag;
es günnt un ißt si halber z'tot
un denkt: Das isch my Obebrot.

Un wie n es ißt, se ruuscht's im Laub;
es chunnt e schöne Chnab.
Er het e Rock wie Silberstaub
un trait e goldige Stab.
Er glänzt wie d'Sunn am Schwyzer Schnee.
Sy Lebe lang het's nüt so gseh.

Druf redt der Chnab my Büebli a:
"Was issisch? I halt's mit!"
"He, nüt !" sait's Büebli, luegt en a
un lüpft sy Chäppli nit.
Druf sait der Chnab: "He, issisch nüt,
du grobe Burst, se battet's nüt !"

Verschwunden isch my Chnab, un 's stöhn
di nöchste Hürst im Duft;
druus fliegt en Engeli wunderschön
uf in die blaui Luft;
un 's Büebli stoht un luegt ein noo
un chratzt im Hoor un lauft dervo.

Un siider isch kai Sege meh
im Beeri-Esse gsi.
I ha my Lebtig nüt so gseh,
si bschießen ebe nie.
Iß Hampfle voll, so viil de witt,
si stille der dy Hunger nit!

Was gib i der für Lehre drii?
Was saisch derzue? Me mueß
vor fremde Lüte fründli sii
mit Wort un Red un Grueß
un's Chäppli lüpfe z'rechter Zyt;
sust het me Schimpf un chunnt nit wyt.
(Johann Peter Hebel)

Mittwoch, 28. April 2010

Ein Nasshorn und ein Trockenhorn

Ein Nasshorn und ein Trockenhorn
spazierten durch die Wüste,
da stolperte das Trockenhorn,
und’s Nasshorn sagte: "Siehste!“

Ein-Nasshorn-und-ein-Trockenhorn
(c) Lappan Verlag, Oldenburg 2009


Erhardts illustr(iert)es Tierleben

Die Titel der 56 kleinen im Inhaltsverzeichnis aufgeführten Verse – wie "Der Verstimmte Elefant", "Nee, das geht nicht", "Die polyglotte Katze" und "Knabe mit erkältetem Käfer" – klingen fast selbst nach einem Erhardt-Gedicht und geben damit sogleich Einblick in die leichtfüßigen, spielerischen, skurrilen, zuweilen lakonischen und absurden Zeilen, die sich anschließen. Auch für Erstleser sei dieses Büchlein geeignet, schreibt der Verlag. Wenn man konstatiert, dass Jung und Alt Freude am Wortspiel, an unerwarteten Wendungen, Sinn und Unsinn haben, ist dem unbedingt beizupflichten. Wer kennt nicht den hintergründigen Humor des Geschichtenerfinders, Kabarettisten, Humoristen, Lyrikers und schüchtern-hektisch-despotischen Filmfamilienvaters Heinz Erhardt, der vergangenes Jahr hundert Jahre alt geworden wäre?

Was aber geschieht, wenn sich ein genialer Zeilenschreiber und die Preisträgerin des Hans Christian Andersen-Preises, dem "kleinen Nobelpreis", der am 11. September 2010 im Rahmen des 32. internationalen IBBY-Kongresses in Santiago de Compostela verliehen wird, in einem Büchlein treffen?

Kongenialer könnte das Ergebnis kaum sein. Die vielen kleinen, schalkhaften Texte und emblemhaft anmutenden Illustrationen von Jutta Bauer in Ein Nasshorn und ein Trockenhorn beflügeln sich in ergänzender und bereichernder Weise. So reduziert wie die Zeilen, sind auch die Bilder gestaltet und der Leser kann sich aussuchen, ob er sich mehr an dem einen, dem anderen oder eben an der Liaison beider erfreuen möchte. Da sitzt z. B. behaglich ein kleiner "Buchfink" in einem Nest, eine am Nestrand befestigte Leselampe bestrahlt wohlig die gemütliche Leseszenerie. Im einem anderen Gedicht kann ein Lama bis zu seinem Lebensende partout nicht spucken („Heimlich übte es im Sitzen / oder Stehn, den Mund zu spitzen, / um dann zielgerecht durch dessen / Spalt den Strahl hinauszupressen; / doch selbst in bequemer Lage / förderte es nichts zutage.“). Eine für die Andenregion, in der Lamas leben, typische bunte Wollmütze trägt dazu bei, dass man überhaupt erkennen kann, dass dieses dünne, niedergeschlagen wirkende Tier mit grauem, struppigem Fell ein Lama ist. Diese äußerlich zurückgenommene, inhaltlich aber große Bildwelt entsteht durch die Art der Andeutung kleiner Dinge in Gestalt wie eben der Lamawollmütze; nichts weiter, aber das ist viel. (Linde Storm)

Heinz Erhardt, Jutta Bauer:
Ein Nasshorn und ein Trockenhorn
Lappan Verlag 2009
Gebundene Ausgabe, 80 farbige Seiten
9.95 Euro (D)

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