Jugendbücher

Samstag, 10. März 2012

Dreamhunter

Mit Dreamhunter legte Elizabeth Knox den ersten Teil einer Fantasy-Trilogie für jugendliche Leser vor. Der Autorin wurde 2002 der "New Zealand Order of Merit" für ihr literarisches Werk verliehen. Weiter ...

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Die Lebensgeschichte einer Toten. Auf sieben Kassetten

DJLP-2010_Cover-NominierungskatalogNominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis, Sparte Preis der Jugendjury:
Tote Mädchen lügen nicht
von Jay Asher




„Der Postangestellte nimmt das Paket. Derselbe Schuhkarton, der vor nicht mal vierundzwanzig Stunden auf meiner Veranda gelegen hatte, wieder eingeschlagen in eine braune Papiertüte, verschlossen mit durchsichtigem Klebeband, genauso wie ich ihn bekommen hatte. Doch jetzt mit einem neuen Namen versehen. Dem nächsten Namen auf Hanna Bakers Liste." Weiter ...

Sonntag, 26. September 2010

Tödliche Spiele, die Sie nicht loslassen werden

DJLP-2010_Cover-NominierungskatalogNominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis, Sparte Preis der Jugendjury:
Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele
von Suzanne Collins




Genug Essen in Reichweite? Koffeinhaltige Getränke? Gut, denn dieses Buch legt man nicht mehr aus der Hand, bevor die letzte Seite erreicht ist. Und dann möchte man den zweiten Teil lesen. Weiter ...

Mittwoch, 8. September 2010

"Ich wartete nicht, ich lebte"

Gute Nacht, bis morgen ist jüngst im Berliner Blumenbar Verlag erschienen. Und auch wenn das Buch nicht explizit an Jugendliche adressiert ist, so kann es durchaus als Jugendbuch gelesen werden. Unter anderem wegen der existentiellen Themen und Fragen, die diese wahre Geschichte aufwirft. Weiter ...

gute-nacht-bis-morgen

Mittwoch, 11. August 2010

Gedankenspiel mit dem Nichts

Über Nichts von der dänischen Autorin Janne Teller wird derzeit viel geschrieben. Man liest von Nihilismus, von einem mutigen Buch, von Schulen, in denen die Lektüre verboten wurde. Suggeriert wird, dass Nichts großen Einfluss auf die jungen Leserinnen und Leser habe, dass es verstörend wirken könne. Weiter ...

Nichts-von-Janne-Teller

Dienstag, 27. Juli 2010

Die Aufzeichnungen des Tecumseh Sparrow Spivet

oder Über die Reise eines Spatzen

DJLP-2010_Cover-NominierungskatalogNominiert für den Deutscher Jugendliteraturpreis, Sparte Jugendbuch:
Die Karte meiner Träume
von Reif Larsen




T.S. Spivet ist zwölf Jahre alt und ein Wunderkind, und wie es bei Wunderkindern manchmal der Fall ist, auf eine liebenswerte Art auch ein wenig wunderlich. Er versucht die Welt zu begreifen, indem er sie in Diagrammen und Zeichnungen einfängt. Seine zahlreichen Notizbücher geben Zeugnis von seiner oft aberwitzigen, jedoch ordnenden Sicht auf den Alltag in einer zur Skurrilität neigenden Familie, auf einer Farm in Montana. Weiter ...

Dienstag, 30. März 2010

Nichts bleibt Ringel, Rangel, Rosen

Anhand von Karins Geschichte erzählt Kirsten Boie deutsche Nachkriegsgeschichte, wie wir sie bislang aus der Jugendliteratur nicht kannten.

Heutzutage ist es üblich, jemanden zu fragen, wo er war, als er von Lady Di's Tod gehört hat, oder was er gerade gemacht hat, als die Flugzeuge in die Twin Towers krachten. Aber haben wir jemals all die deutschen Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die nach dem Zweiten Weltkrieg geboren sind, gefragt, wann sie erfahren haben, welche Schuld die Generation ihrer Eltern und Großeltern auf sich geladen hat? Wie sie sich gefühlt haben, als ihnen bewusst wurde, dass auch ihre Eltern, Verwandte und Bekannte zu den Tätern zählen?

Ringel-Rangel-Rosen Karin ist 13 Jahre alt, als ihr während der paradiesischen Ferien im Sommer 1961 langsam dämmert, was geschehen ist und wer daran beteiligt war. In einem Jugendbuch liest Karin zum ersten Mal, was die Deutschen den Juden angetan haben. Es dürfte sich um Clara Asscher-Pinkhofs Sternkinder handeln, das 1961 in Deutschland erschienen ist.

Karin beginnt sich zu fragen, wie das Furchtbare, das geschehen ist, im Zusammenhang steht mit dem Leben ihrer Eltern und der Nachbarn in der kleinen Siedlung hinterm Deich am Rande Hamburgs. Vorsichtig stellt sie auch Fragen, die aber barsch abgewiesen werden. "Wer das nicht mitgemacht hat, der soll mal ganz still sein!", sagt die Mutter. Nur mit ihrer Freundin Regina kann Karin darüber sprechen, denn deren Großmutter schweigt nicht über die beschämende Vergangenheit. Und der neue Fernseher bringt nicht nur die 'babbelnde' Familie Hesselbach ins norddeutsche Wohnzimmer, sondern auch die tägliche Berichterstattung über den Eichmann-Prozess.

Während die Juden, die schon während des Dritten Reichs niemand gekannt haben will, auch in den Jahrzehnten danach ein absolutes Tabuthema sind, ist der Krieg allgegenwärtig. Kriegsversehrte Männer, 'Heimatvertriebene', Anekdoten aus dem Soldatenleben und Horrorgeschichten über 'den Iwan' sind Beginn der Sechziger Jahre Normalität.

Und die Kinder? Durch all die Geschichten und Berichte haben auch sie eine Vorstellung vom Krieg und wissen, dass der Krieg das Schrecklichste überhaupt ist. Aber wenn die Worte "bis zur Vergasung" fallen, haben sie keine Ahnung, wovon eigentlich die Rede ist. Der Krieg ist Vergangenheit, und manchmal auch nur ein Spiel, so wie "Ringel, Rangel, Rosen, schöne Aprikosen". Und es lebt sich ganz gut, mit Bier für die Männer und "Likörchen" für die Frauen – sogar in den nach dem Krieg notdürftig errichteten Behelfsheimen.

Aber was bislang nur Geschichten von der 'ausgebombten' Mutter waren, wird plötzlich Realität, und "Ringel, Rangel, Rosen" nicht länger ein harmloses Kinderspiel, sondern ein magischer Spruch, mit dem Karin sich selbst zu beruhigen versucht, eine Beschwörungsformel für die Vergangenheit, das Paradies ihrer Kindheit. Die Hamburger Flut im Februar 1962 hat Karin, ihrer Familie und den Nachbarn die Heimat genommen, manchen sogar das Leben.

Nach der Flut ist nichts mehr wie es war. Neue Wohnung, neue Schule, neue Freunde. Was geblieben ist, sind Karins Gedanken über den Krieg und die Juden, die sich auch mit der "Ringel, Rangel, Rosen"-Formel immer weniger "wegdenken" lassen. Am brennendsten beschäftigt sie die Frage, was ihr Vater als Soldat getan hat, aber sie traut sich nicht, ihn darauf anzusprechen. Und als sie schließlich erfährt, dass ihre neue Freundin zu einem Viertel jüdischer Herkunft ist, gerät Karin in die gleiche Mühle aus Scham, Schweigen und Verdrängung, wie die Generation ihrer Eltern. Dabei war sie doch so davon überzeugt, dass sie nicht tatenlos zugesehen hätte, als die Juden damals einfach 'verschwanden'.

Anhand von Karins Geschichte, ihrer eigenen 'Vertreibung' aus dem Zuhause und damit aus ihrer Kindheit, erzählt Kirsten Boie die westdeutsche Nachkriegsgeschichte, wie wir sie bislang aus der Jugendliteratur nicht kannten. Man möchte diese Erzählung als Schullektüre auf dem Lehrplan wissen. Denn Ringel, Rangel, Rosen bewegt nicht nur zum Nachdenken über den Zweiten Weltkrieg und die Shoa, sondern, mehr als die meisten jugendliterarischen Titel über die Zeit von 1933 bis 1945, über die Deutschen und deren Umgang mit ihrer Vergangenheit. Dass aus Karins Generation die sogenannten Achtundsechziger erwachsen mussten, macht Ringel, Rangel, Rosen deutlich, ohne dies ein einziges Mal erwähnen zu müssen. Mit Karin lernen wir nicht über die schwierige deutsche Geschichte, sondern diese zu reflektieren. Reflektieren, weil nicht alles geschrieben, was gedacht wird. Und weil es dem Leser nicht zu einfach gemacht wird mit Gut und Böse, denn so einfach war es nicht. (Kirsten Waterstraat)


Kirsten Boie
Ringel, Rangel, Rosen
Hamburg: Oetinger 2010
192 Seiten, gebunden, EUR 14,95
Angabe des Verlags: Für Jugendliche und Erwachsene

Mittwoch, 10. März 2010

Über das Schweigen, die Schuld und das Sprechen

Das gelungene Debüt der US-Amerikanerin Ann Dee Ellis

EsTutMirSoLeid Dieses Buch fällt auf. Nicht nur aufgrund der grellgrünen Farbe, sondern auch wegen der sparsamen Covergestaltung. Und natürlich aufgrund des Titels: Es.Tut.Mir.So.Leid.

Die graphische Gestaltung korrespondiert mit dem Inhalt. Der Text ist gegliedert in durch Vignetten unterteilte kurze Abschnitte, die nicht als Kapitel bezeichnet werden können. Es sind Einheiten, die dem Gedankenfluss des Ich-Erzählers folgen. Wobei in keinster Weise von einem 'Fluss' die Rede sein kann, denn Logans Gedanken fließen nicht, und vor allem fließt die Kommunikation nicht in Logans Geschichte. (Abb. Thienemann 2009)

Was tut Logan leid? – Nur langsam, Stück für Stück, kommt man als Leser seinem schrecklichen Geheimnis auf die Spur. Das macht die Spannung der Erzählung aus. Schnell wird klar, dass es etwas mit Zyler zu tun hat, Logans bestem Freund, der nun verschwunden ist. Logan hat etwas Furchtbares erlebt und seitdem ist nichts mehr, wie es früher war. Wer Die Sache mit Finn von Tom Kelly gelesen hat, wird sich vielleicht an die Geschichte des kleinen Jungen erinnert fühlen, der seinen Zwillingsbruder verloren hat und vor diesem Unglück wegzulaufen versucht.

Um den Sohn zu schützen und ihm einen Neuanfang zu ermöglichen, ist Logans Familie sogar umgezogen. Doch der Neuanfang geht gründlich schief. Logans Mutter, die eigentlich einfach nur alles richtig machen wollte, hat den neuen Nachbarinnen erzählt, was passiert ist und damit die Gerüchteküche ordentlich angeheizt. Wo Logan nun auftaucht, wissen alle schon vorher, dass er nicht nur etwas Schreckliches erlebt, sondern dass er daran auch in irgendeiner Weise beteiligt war. Und die neuen Nachbarjungen und Mitschüler sind erbarmungslos. Auch Logans Vater wollte eigentlich nur alles richtig machen, als er den Sohn zu den Pfadfindern schickt – schließlich haben die früher aus ihm auch einen ganzen Kerl gemacht. Schonungslos ist Logan den Gleichaltrigen ausgesetzt. Um seine Eltern nicht zu enttäuschen, erträgt Logan stillschweigend die psychischen und physischen Qualen. Er möchte nicht länger das Sorgenkind sein und er will den Eltern nicht die Hoffnung nehmen, dass alles wieder gut wird.

Für ihr Debüt wählt Ann Dee Ellis einen Kunstgriff. Die zahlreichen Dialoge setzt sie wie in einem dramatischen Text. Da die Kommunikation aber wie gesagt nicht fließt, entstehen ständig Sprechpausen bzw. reagieren Gesprächspartner gar nicht, allen voran Logan. Das sieht dann beispielsweise so aus:

Patsy: Du musst Logan sein.
Ich:
Patsy: Also, ich habe einen Sohn, der genauso alt ist wie du. Sein Name ist Bruce.
Ich:
Patsy: Du wirst ihn ganz bestimmt mögen. Er ist ein Schatz.
Ich:
Patsy: Ist alles in Ordnung? Geht es dir gut?
Ich: Jaha.
Mom: Er ist nur ein bisschen schüchtern.
(S. 25)

Aber Logans Geschichte ist nicht die Geschichte eines Stillstands. Mithilfe eines Therapeuten, dem er sich anfangs total verweigert, und einer Mitschülerin – die mit ihrem 'Anderssein als die Anderen' und ihrer Begeisterung für Palindrome leider eine überkonstruierte Figur darstellt – gelingen Logan kleine Schritte. Und langsam kommt er wieder in seinem Leben an. Der wichtigste Schritt ist, dass er den Mund aufmacht und in Situationen eingreift, anstatt stumm und passiv zu bleiben – so wie damals gegenüber Zyler und dessen gewalttätigen Vater.

Das 'halboffene' Ende ist übrigens auch grafisch bemerkenswert und lässt im wahrsten Sinne des Wortes Freiräume.
(Kirsten Waterstraat)


Ann Dee Ellis: Es.Tut.Mir.So.Leid.
[Originaltitel: This Is What I Did, 2007]
Aus dem Amerikanischen von Eva Plorin
Stuttgart, Wien: Thienemann 2009
208 Seiten, Broschur, 12,90 EUR (D)
Vom Verlag empfohlenes Alter: ab 12 Jahren

Leseprobe und Interview mit der Autorin auf www.thienemann.de.
Im Januar ist ein neuer Titel von Ann Dee Ellis bei Thienemann erschienen: AllesInOrdnung.

Montag, 1. März 2010

Entstaubt

Der Fänger im Roggen in neuer Übersetzung

Als "rundum entstaubt" empfiehlt Literaturkritiker Denis Scheck Eike Schönfelds neue Übersetzung von Der Fänger im Roggen (druckfrisch, 31.01.2010). Erschienen ist die Neuübersetzung bereits vor sieben Jahren (2003), anlässlich des Todes des Autors am 27. Januar 2010 sei hier aber noch einmal darauf verwiesen.

Ausgezeichnet wurde die neue deutschsprachige Adaption mit dem Übersetzerpreis der Heinrich Maria Ledig-Rowohlt Stiftung 2004, und auch die Literaturkritik äußert sich einmütig positiv.

Holden Caulfield spräche nun "mit einer neuen deutschen Stimme – frech und witzig, traurig und provozierend, ehrlich." So der Verlag, der auf seiner Webseite auch die Geschichte des Fängers im Roggen in deutscher Sprache schildert, von der "verfälschten" ersten Übersetzung über die bekannte Version von Böll bis zur gefeierten Neuübersetzung:

"1954 erschien im Züricher Diana Verlag der von Irene Mühlon übersetzte Roman Der Mann im Roggen von J. D. Salinger. Ein Schweizer Kritiker entdeckte, dass der Text verfälscht war; »unanständige« Stellen waren getilgt, Flüche verkürzt, durch Auslassungspünktchen ersetzt oder weggelassen. Man befand sich in den 50er Jahren ... Der Diana Verlag verlor die Rechte, die Kiepenheuer & Witsch 1960 erwarb. Heinrich Böll überarbeitete und ergänzte die Schweizer Übersetzung. Unter dem Titel Der Fänger im Roggen, der sich auf ein Gedicht von Robert Burns bezieht, erschien 1962 die deutsche Ausgabe. Es begann der unglaubliche Erfolg dieses Romans – 60.000 Exemplare im Hardcover und im KiWi-Paperback, weit über 1 Million im Taschenbuch bei Rowohlt. Die Übersetzung Eike Schönfelds zeigt die stilistischen Qualitäten des Romans in neuem Glanz, die raffinierte Sprache, die Kaskaden der Flüche, hinter denen Holden seine Verletzlichkeit verbirgt. Es ist, als lese man ein neues Buch – geschrieben für junge Leser von heute." (Kiepenheuer & Witsch)

Jerome D. Salinger
Der Fänger im Roggen
Deutsch von Eike Schönfeld
Kiepenheuer & Witsch 2003
272 Seiten, gebunden, Euro (D) 15.00

Mittwoch, 3. Februar 2010

Lesenswert: „Schüttel dein Haar für uns!“

Im letzten Jahrzehnt wurden einige Adoleszenzromane veröffentlicht die sich des Themas Subkulturen der 1980er Jahre annahmen. Rocko Schamoni schilderte in “Dorfpunks“ beispielsweise wie ein junger Punk der Tristesse des Landlebens seine Kreativität entgegenstellt und Heinz Strunk enthüllte in “Fleisch ist mein Gemüse“ grandios humorvoll wie schaurig es im Leben eines Tanzmuckers zugehen kann.
Nun kommt ein neuer Roman auf den Markt, der ebenfalls die Jugend als Teil einer 1980er-Jahre Subkultur auf höchst amüsante Weise schildert. Hermann Bräuers “Haarweg zur Hölle. Ein hart gerockter Heimatroman“ gewährt interessante und amüsante Einblicke in das Leben der Hair-Metal-Szene der 1980er Jahre. (Anette John)

Thomas Lindemann hat den Roman auf Welt Online vorgestellt: “Der Hair-Metal der Achtziger kommt wieder - zunächst in einem großartigen Roman“. Weiterlesen auf Welt Online

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