Regenwald in Bilderbüchern – wortwörtlich
WWF weist Tropenholzanteile
in deutschen Kinderbüchern nach
Mit einer Aufsehen erregenden Aktion hat der World Wide Fund (WWF) am 14. Oktober im Rahmen der Buchmesse in Frankfurt am Main auf den "Kahlschlag für deutsche Kinderbücher" aufmerksam gemacht. Hinter dieser Aktion steht die Studie "Tropenwaldzerstörung für deutsche Kinderbücher. Eine Analyse des Buchmarktes in Deutschland".

Frankfurt, 14.10.2009: Unter dem Motto „Kein Kahlschlag für Kinderbücher“ seilten sich Artisten in Orang-Utan Kostümen im Frankfurter Großstadtdschungel vom Kastor-Hochhaus ab.
(c) Stefan Streit/WWF
Weil deutsche Verlage die Produktion ihrer Bücher seit einigen Jahren immer häufiger nach Asien verlagern, hat der WWF Bilderbücher auf ihren Gehalt an Tropenhölzern untersucht. Das Ergebnis ist ernüchternd und sollte zum Umdenken und nachhaltigeren Wirtschaften zwingen.
Warum ausgerechnet Bilderbücher? Aufgrund der farbigen Illustrationen sind diese aufwendiger und teurer in der Produktion, außerdem werden sie oft in mühevoller Handarbeit mit kleinen Extras versehen, wie z.B. Klapp- und Schiebelemente. Daher verlagern gerade in diesem Bereich immer mehr Verlage ihre Produktion nach China. Die Menge der Bilderbücher, die aus China nach Deutschland importiert wird, hat sich innerhalb der letzten zehn Jahre mehr als verfünffacht. Allein zwischen 2007 und 2008 sind die Importe um knapp 70% angestiegen.
Der globale Papierkonsum wächst seit Jahren kontinuierlich. Inzwischen wird etwa die Hälfte des weltweit kommerziell eingeschlagenen Holzes zu Papierprodukten verarbeitet. 10% der Weltbevölkerung, nämlich Westeuropa und Nordamerika, verbrauchen mehr als die Hälfte des weltweiten Papieres. Die Papierindustrie zählt zu den Industriezweigen mit dem höchsten Wasser- und Energieverbrauch und das Holz für den dafür benötigten Zellstoff stammt meist aus nicht nachhaltiger Waldwirtschaft oder sogar aus illegalem Holzeinschlag. Mit anderen Worten: die Produktion von Büchern trägt zur Zerstörung des Lebensraums von Tier- und Pflanzenarten und zum Klimawandel bei. Rund 20% der globalen Treibhausgasemissionen entfallen auf die Zerstörung und Degradierung von Wäldern.
Papier besteht aus Fasern, die je nach gewünschter Qualität gemischt werden. Zum Einsatz kommen mechanisch hergestellter Holzstoff und chemisch hergestellter Sulfit- und Sulfatzellstoff. Papier, das weniger als 10% Holzstoff enthält, wird dabei mit dem irreführenden Begriff „holzfrei“ bezeichnet. Es besteht aber stattdessen aus Zellstoff, der durch chemische Verfahren aus Holz hergestellt wird.
China, Global Player in der Papierindustrie, muss den Zellstoff, der zur Papierherstellung benötigt wird, größtenteils selbst importieren, hauptsächlich aus Kanada, Indonesien, Brasilien und Russland. Besonders kritisch ist der Zellstoff aus Russland und Indonesien, wo illegaler Holzeinschlag und nicht nachhaltige Waldbewirtschaftung weit verbreitet sind. So wird im an China angrenzenden Fernen Osten Russlands schätzungsweise die Hälfte, in Indonesien sogar knapp drei Viertel des Holzes illegal eingeschlagen.
Beispiel Indonesien: Die Zellstoff- und Papierindustrie in Indonesien ist eine der treibenden Kräfte bei der Regenwaldzerstörung. Mehr als ein Drittel des Zellstoffs, den Indonesien produziert, ist für die chinesische Papierindustrie bestimmt. Da bisher versäumt wurde, die Rohstoffversorgung durch verantwortungsvoll bewirtschaftete Holzplantagen sicherzustellen, wird in Indonesien das Holz für die Zellstoffproduktion in hohem Maße aus großflächigem Kahlschlag natürlicher Regenwälder gewonnen, anstatt von Plantagen. Die WWF-Studie spielt dies detailliert am Beispiel zweier indonesischer Großkonzerne durch. Deren Zellstoffwerke befinden sich auf der Insel Sumatra, einer der artenreichsten Regionen der Welt. Sumatra bietet den Lebensraum für Orang Utans, Nashörner, Elefanten und Tiger – allesamt beliebt in Bilderbüchern. Durch die Zerstörung ihres Lebensraums, dem Regenwald, sind diese Tierarten hochgradig vom Aussterben bedroht. Und auch Menschen leiden unter der schonungslosen Holzgewinnung für Papier. Angesichts der Rodungen kommt es immer wieder zu Konflikten mit der heimischen Bevölkerung und zu Menschenrechtsverletzungen.

Auch die Arbeitsbedingungen in den chinesischen Fabriken, in denen Bilderbücher hergestellt werden, sollten neben der Zellstoffgewinnung unbedingt hinterfragt werden. Die aufwendigen Handarbeiten ebenso wie die normalen Buchdruck- und -bindearbeiten werden aus Kostengründen nach China verlegt, weil dort die Lohnkosten wesentlich niedriger sind als in Europa. Trotz der langen Transportwege, die zusätzliche Kosten verursachen, scheint es sich für deutsche Verlage zu lohnen, in China produzieren zu lassen. Der Transport aber vergrößert die negative Klimabilanz der Bilderbücher „made in China“.
Für die Studie „Tropenwaldzerstörung für Kinderbücher“ hat der WWF stichprobenartig Bilderbücher aus 43 deutschsprachigen Verlagenwelche in Asien (v.a. in China) produziert wurden, im Labor Integrated Paper Services in Appleton (USA) auf Tropenholzanteile hin untersuchen lassen. Das Ergebnis: bei knapp 40% der Bücher konnten Tropenholzanteile nachgewiesen werden. Analysiert wurde die Zusammensetzung der Holzarten in den Papieren, wobei festgestellt werden kann, ob es sich um Tropenholzarten (die in tropischen Urwäldern vorkommen und typischerweise nicht in Plantagen angepflanzt werden) oder um Plantagenhölzer handelt (typische Plantagenhölzer sind z.B. Akazie und Eukalyptus). Untersucht wurden insgesamt 51 Bilderbüchern, wovon 19 nachweislich anteilig aus typischen Urwaldtropenhölzern hergestellt worden sind. Unter den „positiv“ getesteten Büchern finden sich zum Beispiel die Titel Bodobär auf der Ritterburg und Weltbeste Briefe von Felix (beide Coppenrath, 23,2% und 28,13% Tropenholzanteil), Auf die Plätze... fertig los (Esslinger, 59,2%), Bei uns zu Hause (Herder, 22,6%), Meine kleine Satzwerkstatt (Moritz, 59,5%), Freunde. Geschichten von Liebe und Gemeinschaft (Pattloch, 22,6%) und Tiger & Bär entdecken die Welt. Berühr und Spür (Xenos, 20,2%).

(c) Stefan Streit/WWF
Doch es gibt auch positive Beispiele. Vorreiter in Sachen ökologisch verantwortlicher Papiernutzung ist Random House Deutschland. Die Verlagsgruppe setzt mittlerweile für nahezu die gesamte Buchproduktion entweder Recylingpapiere oder Frischfaserpapiere aus nachhaltiger Waldwirtschaft, nachgewiesen durch das FSC-Zertifikat (Forest Stewardship Council) ein und fordert deshalb bei seinen Papierlieferanten eine Umkehr zu deutlich mehr FSC-zertifizierten Sorten. Das Beispiel zeigt, dass Verlage durchaus die Marktmacht haben, die Papierindustrie zu beeinflussen.
Einfluss haben aber auch Autoren. Joanne K. Rowling, die Harry Potter-Autorin, setzte sich beispielsweise im Rahmen einer internationalen Schriftsteller-Initiative dafür ein, dass ihre Werke nur noch auf Recycling- oder FSC-zertifizierten Papieren gedruckt werden. Die deutsche Ausgabe des sechsten Potter-Bandes wurde erstmals auf FSC-Papier mit Recyclingfaser-Anteil gedruckt. Auf Initiative des Carlsen Verlags entwickelte der Papierhersteller Cordier ein gebräuchliches Buchdruckpapier mit der neuen Rohstoffzusammensetzung. Auch dieses Beispiel zeigt, dass bei entsprechendem Einsatz und technischer Entwicklungsarbeit eine Umkehr möglich ist.
Gerade bei der Produktion von Kinderbüchern sollte ein schonender Umgang mit den natürlichen Ressourcen selbstverständlich sein. Denn die eigentlichen Konsumenten der Bücher, die Kinder, werden in besonderer Weise von den Konsequenzen einer nicht nachhaltigen Buchproduktion betroffen sein. Geht der Kahlschlag so weiter wie bisher, wird es Regenwälder, Orang Utans, Nashörner und Tiger bald nur noch in Kinderbüchern geben... (Kirsten Waterstraat)
Mit Material der Studie Tropenwaldzerstörung für Kinderbücher. Eine Analyse des Buchmarktes in Deutschland. Herausgegeben vom WWF Deutschland, Frankfurt am Main, Oktober 2009.
Der WWF gibt folgende Handlungsempfehlungen für eine umwelt- und waldfreundliche Buchproduktion:
- Möglichst Recyclingpapiere und Papiere mit hohem Recyclinganteil nutzen.
- Werden Frischfasern eingesetzt, sollte unbedingt FSC-zertifiziertes Papier bzw. Zellstoff zum Einsatz kommen.
- Total chlorfrei gebleichten Produkten (TCF) den Vorrang geben.
- Die WWF Paper Scorecard (Papierbewertungsbogen) nutzen, um die umweltfreundlichste Alternative für das Produkt finden zu können.
Ein ökologisch verantwortlicher Umgang mit Papier betrifft natürlich nicht nur die Buchproduktion, sondern den Alltag eines Jeden; Verbrauchertipps sowie einen Leitfaden für den Papiereinkauf hat der WWF ebenfalls zusammengestellt.
in deutschen Kinderbüchern nach
Mit einer Aufsehen erregenden Aktion hat der World Wide Fund (WWF) am 14. Oktober im Rahmen der Buchmesse in Frankfurt am Main auf den "Kahlschlag für deutsche Kinderbücher" aufmerksam gemacht. Hinter dieser Aktion steht die Studie "Tropenwaldzerstörung für deutsche Kinderbücher. Eine Analyse des Buchmarktes in Deutschland".

Frankfurt, 14.10.2009: Unter dem Motto „Kein Kahlschlag für Kinderbücher“ seilten sich Artisten in Orang-Utan Kostümen im Frankfurter Großstadtdschungel vom Kastor-Hochhaus ab.
(c) Stefan Streit/WWF
Weil deutsche Verlage die Produktion ihrer Bücher seit einigen Jahren immer häufiger nach Asien verlagern, hat der WWF Bilderbücher auf ihren Gehalt an Tropenhölzern untersucht. Das Ergebnis ist ernüchternd und sollte zum Umdenken und nachhaltigeren Wirtschaften zwingen.
Warum ausgerechnet Bilderbücher? Aufgrund der farbigen Illustrationen sind diese aufwendiger und teurer in der Produktion, außerdem werden sie oft in mühevoller Handarbeit mit kleinen Extras versehen, wie z.B. Klapp- und Schiebelemente. Daher verlagern gerade in diesem Bereich immer mehr Verlage ihre Produktion nach China. Die Menge der Bilderbücher, die aus China nach Deutschland importiert wird, hat sich innerhalb der letzten zehn Jahre mehr als verfünffacht. Allein zwischen 2007 und 2008 sind die Importe um knapp 70% angestiegen.
Der globale Papierkonsum wächst seit Jahren kontinuierlich. Inzwischen wird etwa die Hälfte des weltweit kommerziell eingeschlagenen Holzes zu Papierprodukten verarbeitet. 10% der Weltbevölkerung, nämlich Westeuropa und Nordamerika, verbrauchen mehr als die Hälfte des weltweiten Papieres. Die Papierindustrie zählt zu den Industriezweigen mit dem höchsten Wasser- und Energieverbrauch und das Holz für den dafür benötigten Zellstoff stammt meist aus nicht nachhaltiger Waldwirtschaft oder sogar aus illegalem Holzeinschlag. Mit anderen Worten: die Produktion von Büchern trägt zur Zerstörung des Lebensraums von Tier- und Pflanzenarten und zum Klimawandel bei. Rund 20% der globalen Treibhausgasemissionen entfallen auf die Zerstörung und Degradierung von Wäldern.
Papier besteht aus Fasern, die je nach gewünschter Qualität gemischt werden. Zum Einsatz kommen mechanisch hergestellter Holzstoff und chemisch hergestellter Sulfit- und Sulfatzellstoff. Papier, das weniger als 10% Holzstoff enthält, wird dabei mit dem irreführenden Begriff „holzfrei“ bezeichnet. Es besteht aber stattdessen aus Zellstoff, der durch chemische Verfahren aus Holz hergestellt wird.
China, Global Player in der Papierindustrie, muss den Zellstoff, der zur Papierherstellung benötigt wird, größtenteils selbst importieren, hauptsächlich aus Kanada, Indonesien, Brasilien und Russland. Besonders kritisch ist der Zellstoff aus Russland und Indonesien, wo illegaler Holzeinschlag und nicht nachhaltige Waldbewirtschaftung weit verbreitet sind. So wird im an China angrenzenden Fernen Osten Russlands schätzungsweise die Hälfte, in Indonesien sogar knapp drei Viertel des Holzes illegal eingeschlagen.
Beispiel Indonesien: Die Zellstoff- und Papierindustrie in Indonesien ist eine der treibenden Kräfte bei der Regenwaldzerstörung. Mehr als ein Drittel des Zellstoffs, den Indonesien produziert, ist für die chinesische Papierindustrie bestimmt. Da bisher versäumt wurde, die Rohstoffversorgung durch verantwortungsvoll bewirtschaftete Holzplantagen sicherzustellen, wird in Indonesien das Holz für die Zellstoffproduktion in hohem Maße aus großflächigem Kahlschlag natürlicher Regenwälder gewonnen, anstatt von Plantagen. Die WWF-Studie spielt dies detailliert am Beispiel zweier indonesischer Großkonzerne durch. Deren Zellstoffwerke befinden sich auf der Insel Sumatra, einer der artenreichsten Regionen der Welt. Sumatra bietet den Lebensraum für Orang Utans, Nashörner, Elefanten und Tiger – allesamt beliebt in Bilderbüchern. Durch die Zerstörung ihres Lebensraums, dem Regenwald, sind diese Tierarten hochgradig vom Aussterben bedroht. Und auch Menschen leiden unter der schonungslosen Holzgewinnung für Papier. Angesichts der Rodungen kommt es immer wieder zu Konflikten mit der heimischen Bevölkerung und zu Menschenrechtsverletzungen.

Auch die Arbeitsbedingungen in den chinesischen Fabriken, in denen Bilderbücher hergestellt werden, sollten neben der Zellstoffgewinnung unbedingt hinterfragt werden. Die aufwendigen Handarbeiten ebenso wie die normalen Buchdruck- und -bindearbeiten werden aus Kostengründen nach China verlegt, weil dort die Lohnkosten wesentlich niedriger sind als in Europa. Trotz der langen Transportwege, die zusätzliche Kosten verursachen, scheint es sich für deutsche Verlage zu lohnen, in China produzieren zu lassen. Der Transport aber vergrößert die negative Klimabilanz der Bilderbücher „made in China“.
Für die Studie „Tropenwaldzerstörung für Kinderbücher“ hat der WWF stichprobenartig Bilderbücher aus 43 deutschsprachigen Verlagenwelche in Asien (v.a. in China) produziert wurden, im Labor Integrated Paper Services in Appleton (USA) auf Tropenholzanteile hin untersuchen lassen. Das Ergebnis: bei knapp 40% der Bücher konnten Tropenholzanteile nachgewiesen werden. Analysiert wurde die Zusammensetzung der Holzarten in den Papieren, wobei festgestellt werden kann, ob es sich um Tropenholzarten (die in tropischen Urwäldern vorkommen und typischerweise nicht in Plantagen angepflanzt werden) oder um Plantagenhölzer handelt (typische Plantagenhölzer sind z.B. Akazie und Eukalyptus). Untersucht wurden insgesamt 51 Bilderbüchern, wovon 19 nachweislich anteilig aus typischen Urwaldtropenhölzern hergestellt worden sind. Unter den „positiv“ getesteten Büchern finden sich zum Beispiel die Titel Bodobär auf der Ritterburg und Weltbeste Briefe von Felix (beide Coppenrath, 23,2% und 28,13% Tropenholzanteil), Auf die Plätze... fertig los (Esslinger, 59,2%), Bei uns zu Hause (Herder, 22,6%), Meine kleine Satzwerkstatt (Moritz, 59,5%), Freunde. Geschichten von Liebe und Gemeinschaft (Pattloch, 22,6%) und Tiger & Bär entdecken die Welt. Berühr und Spür (Xenos, 20,2%).

(c) Stefan Streit/WWF
Doch es gibt auch positive Beispiele. Vorreiter in Sachen ökologisch verantwortlicher Papiernutzung ist Random House Deutschland. Die Verlagsgruppe setzt mittlerweile für nahezu die gesamte Buchproduktion entweder Recylingpapiere oder Frischfaserpapiere aus nachhaltiger Waldwirtschaft, nachgewiesen durch das FSC-Zertifikat (Forest Stewardship Council) ein und fordert deshalb bei seinen Papierlieferanten eine Umkehr zu deutlich mehr FSC-zertifizierten Sorten. Das Beispiel zeigt, dass Verlage durchaus die Marktmacht haben, die Papierindustrie zu beeinflussen.
Einfluss haben aber auch Autoren. Joanne K. Rowling, die Harry Potter-Autorin, setzte sich beispielsweise im Rahmen einer internationalen Schriftsteller-Initiative dafür ein, dass ihre Werke nur noch auf Recycling- oder FSC-zertifizierten Papieren gedruckt werden. Die deutsche Ausgabe des sechsten Potter-Bandes wurde erstmals auf FSC-Papier mit Recyclingfaser-Anteil gedruckt. Auf Initiative des Carlsen Verlags entwickelte der Papierhersteller Cordier ein gebräuchliches Buchdruckpapier mit der neuen Rohstoffzusammensetzung. Auch dieses Beispiel zeigt, dass bei entsprechendem Einsatz und technischer Entwicklungsarbeit eine Umkehr möglich ist.
Gerade bei der Produktion von Kinderbüchern sollte ein schonender Umgang mit den natürlichen Ressourcen selbstverständlich sein. Denn die eigentlichen Konsumenten der Bücher, die Kinder, werden in besonderer Weise von den Konsequenzen einer nicht nachhaltigen Buchproduktion betroffen sein. Geht der Kahlschlag so weiter wie bisher, wird es Regenwälder, Orang Utans, Nashörner und Tiger bald nur noch in Kinderbüchern geben... (Kirsten Waterstraat)
Mit Material der Studie Tropenwaldzerstörung für Kinderbücher. Eine Analyse des Buchmarktes in Deutschland. Herausgegeben vom WWF Deutschland, Frankfurt am Main, Oktober 2009.
Der WWF gibt folgende Handlungsempfehlungen für eine umwelt- und waldfreundliche Buchproduktion:
- Möglichst Recyclingpapiere und Papiere mit hohem Recyclinganteil nutzen.
- Werden Frischfasern eingesetzt, sollte unbedingt FSC-zertifiziertes Papier bzw. Zellstoff zum Einsatz kommen.
- Total chlorfrei gebleichten Produkten (TCF) den Vorrang geben.
- Die WWF Paper Scorecard (Papierbewertungsbogen) nutzen, um die umweltfreundlichste Alternative für das Produkt finden zu können.
Ein ökologisch verantwortlicher Umgang mit Papier betrifft natürlich nicht nur die Buchproduktion, sondern den Alltag eines Jeden; Verbrauchertipps sowie einen Leitfaden für den Papiereinkauf hat der WWF ebenfalls zusammengestellt.
juvenil.kw - 25. Okt, 00:27

