Dienstag, 13. Juli 2010

Nachhörenswert: „Ein Buch als ein Stück Glück“

Literaturgeschichten – Peter Härtling erzählt

„Mit seinen Jugendbüchern, seinen Romantiker-Biographien, als Journalist, Lektor und Gastgeber von 'Literatur im Kreuzverhör' ist Peter Härtling einer der vielseitigsten und profiliertesten deutschen Autoren. Für 'Wissenswert' erzählt der im hessischen Mörfelden-Walldorf lebende Autor über seine Jugend im Krieg, die Anfänge seines Schreibens, seine Lieblings-Autoren, sein politisches Engagement und seine Auffassung von Poesie.“ (Quelle: hr2-Kultur)

Die fünf Folgen der Sendung 'Wissenswert' von hr2-Kultur sind als Podcasts online verfügbar. Lesen Sie auf juvenil die Zusammenfassungen der fünf Sendungen:

1: Lieblingsbücher
„In Gedanken mit dem Trapper unterwegs“
Auf der Couch, auf dem Bauch liegend, ganz vertief in die Lektüre von Cooper, hat die Hauptfigur Natty Bumppo, genannt „Lederstrumpf“, den Schriftsteller Peter Härtling als jungen Leser bis zu Tränen gerührt. Als er einmal an der Hand seiner Tante durch das besetzte Wien über ein Trümmerfeld ging, kam ihnen ein Rotarmist entgegen und schenkte ihm das Buch „Emil und die Detektive“ von Kästner. Ein „fast Lebensbuch“ ist Borcherts „Draußen vor der Tür“. Mit der Hauptfigur des „Stechlins“ von Fontane hingegen wird Peter Härtling alt. – Der Schriftsteller erzählt von Büchern, die ihm bedeutsam waren und ihn ein Leben lang begleiten. Er spricht auch in dem ihm eigenen, singenden Ton über seine Schreibanfänge, Sprache und Gedichte und seine „Droge“ Rilke: In langen Spaziergängen las er im Alter von etwa 13 Jahren dessen „Duineser Elegien“ seiner späteren Frau, damals zwölfjährig, vor.
http://mp3.podcast.hr-online.de/mp3/podcast/hr2_wissenswert/hr2_wissenswert_20100705.mp3

2: Was mich zum Schreiben brachte
„Wer so betrügt, der geht verloren“
Härtling erzählt vom frühen Tod der Eltern und dem Erbe der Nazi-Zeit, mit welch großer Empörung und Not er das Selbstbelügen der Erwachsenen als junger Mensch erlebte, von seinen „Nürtinger drei Heiligen“, die ihm in dieser schwierigen Zeit halfen, von den Auswirkungen der Lektüre von Camus und über das, was ihn dazu brachte, zu schreiben.
http://mp3.podcast.hr-online.de/mp3/podcast/hr2_wissenswert/hr2_wissenswert_20100706.mp3

3: Ich oder Er?
„Ich stimme mich ein“
Mit Stoff umzugehen sei ein Abenteuer, sagt Härtling. Am Beispiel des Buches, das er derzeit über Fanny Mendelssohn-Bartholdy schreibt, zeichnet er den Prozess nach, in welchem er das Klima der Zeit herzustellen versucht. Ein allzu subjektiver Umgang mit dem gewählten Stoff ist jedoch nicht seine Sache. Er bescheidet sich als Erzähler selbst Distanz, unterbricht zuweilen die Nennung von Fakten, um sich dann ganz bewusst zu Wort zu melden. Wie wird jedoch alles zu Papier gebracht? Nur eine mechanische Schreibmaschine vermag für Härtling die Sätze der Wörter in einen Rhythmus zu bringen, dem er lauschen kann.
http://mp3.podcast.hr-online.de/mp3/podcast/hr2_wissenswert/hr2_wissenswert_20100707.mp3

4: Ich suche in ihnen die älteren Brüder
„Mit Schubert beganns“
Härtling erzählt von seiner großen Zuneigung zu dem Komponisten Franz Schubert, dem Nachspüren von dessen Lebens, der begabt war Freund zu sein und der von Freunden missbraucht wurde. Härtling beschreibt die Romantik als Lebensraum, als Zeit elementaren Aufbruchs nach der französischen Revolution und die die für ihn enge Verbindung von Musik und Literatur, Hölderlin, Mörike und Goethe.
http://mp3.podcast.hr-online.de/mp3/podcast/hr2_wissenswert/hr2_wissenswert_20100708.mp3


5: Ich alt gewordenes Kriegskind
„Du kannst von einem schreiben, der nie von sich sprechen könnte“
Wie kam es dazu, dass Härtling begann, Kinderbücher zu schreiben? Er sah sich die „Pferdebücher“ und andere Literatur seiner heranwachsenden Kinder an. Diese Bücher handelten nicht von Kindern, die nicht mehr aus- noch einwissen. Das wollte Härtling ändern, nur die Sprache fehlte ihm noch dazu. Zu seiner ersten Erzählung für Kinder ermutigte ihn dann der Verleger Hans-Joachim Gelberg. Härtling sprach mit vielen Kindern und lernte von ihnen. Seine Frau erzählte von ihrer Arbeit als Psychologin, von einem Jungen, der in die Psychiatrie eingeliefert werden sollte. Härtling gab diesem Jungen mit dem Spitznamen Hirbel, der nicht hätte für sich sprechen können, Sprache.
„Ist der Mensch zum Frieden gemacht?“ Diese Frage stellte sich Härtling nach den Erfahrungen, die er während seines Widerstandes gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens machte und sah, wie die Gewalt eskalierte.
http://mp3.podcast.hr-online.de/mp3/podcast/hr2_wissenswert/hr2_wissenswert_20100709.mp3

Website von Peter Härtling: www.haertling.de

(Linde Storm)

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