Donnerstag, 4. März 2010

Alice, Fantasy?

Tim Burtons Verfilmung von "Alice im Wunderland" läuft seit heute in den deutschen Kinos

Es ist nicht die erste Verfilmung des Klassikers, und wahrscheinlich auch nicht die letzte - aber eine sehr naheliegende. Tim Burton, der für Filme wie Batman, Edward mit den Scherenhänden, Charlie und die Schokoladenfabrik verantwortlich zeichnete, hat sich "Alice im Wunderland" angenommen, und zwar in 3D. Johnny Depp, der in Burtons Filmen schon zahlreiche prominente Rollen inne hatte, wie eben Edward oder Willy Wonka, spielt, ebenso naheliegend, in der Alice-Verfilmung den Verrückten Hutmacher. Die Meinungen der Filmkritiker zu dem neuen Werk sind geteilt.

"Kopf an!" (Spiegel)
Wer etwas über den Inhalt des Films, der der literarischen Vorlage in längst nicht allem folgt, wissen möchte, wer Filmausschnitte und -bilder sehen möchte, der lese "Kopf an!" von Hannah Pilarczyk auf Spiegel Online.

"Zu Besuch in Disneyland" (FR)
Kritischer betrachtet Daniel Kothenschulte in der Frankfurter Rundschau die Neuverfilmung. Er bescheinigt Burtons Film technische Perfektion und prophezeit dem Publikum einen ästhetischen "Augenschmaus". Aber seine Kritik am Umgang mit der literarischen Vorlage wiegt schwerer. Der Film stülpe der Originalgeschichte eine "formelhafte Fantasy-Handlung" über:
"Man hat das Gefühl, als müsse Carrolls Original all der Ballast eines späteren Genres aufgehalst werden, das sich zwar gern auf ihn beruft, aber doch wenig mit ihm gemeinsam hat. Vor allem der Geist von C. S. Lewis´ "Narnia" streift wie eine Pest durch Burtons Wunderland und vertreibt Phantasie und Leichtigkeit."
Dass Alice im Film 19 Jahre alt ist und Burton nicht auf brutale Szenen verzichtet hat, weshalb der Film erst ab zwölf Jahren freigegeben wurde, ist für Kothenschulte ein Vergehen an dem Kinderbuch: "Eine Alice, die nichts für Kinder ist? Die sich ausschließlich an Menschen wendet, die ihre Phantasie bereits ein Stück weit in Fesseln halten?"

"Wahnsinn mit Methode" (SZ)
In der Süddeutschen Zeitung urteilt Susan Vahabzadeh, dass in Burtons Alice-Verfilmung nicht allzu viel schief gegangen sei, "wenn man sich von der Vorstellung verabschiedet, dass man hier die altbekannte Alice wiedertreffen wird". Das letzte Drittel des Films aber folge "dem Kalkül der Kinoarithmetiker, die überzeugt sind, man könnte den Appeal eines Films am Reißbrett entwerfen. Das Ganze soll 250 Millionen Dollar gekostet haben - und wer so viel Geld ausgegeben hat, muss auch Vorgaben erfüllen, die das Einspielergebnis sichern sollen: Actionszenen, Monster und ein großer Showdown müssen her."

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