nominiert: "Wintereis"
DJLP, Sparte Jugendbuch
Peter van Gestel
Wintereis. Roman
Aus dem Niederländischen und mit
einem Nachwort von Mirjam Pressler
Beltz & Gelberg, 2008

(c) 2008, Beltz & Gelberg, Weinheim, Basel
Frost und Schneeschmelze, Kindheit und Jugend, Schweigen und Reden, Vergangenheit und Zukunft, Verdrängung und Sehnsucht. Der bereits mehrfach ausgezeichnete Roman „Wintereis“ des berühmten, 1937 geborenen niederländischen Autors Peter van Gestel, siedelt vieles „zwischen den Welten“ an.
Da gibt es die Freundschaft zwischen dem zwölf Jahre alten Thomas mit dem gleichaltrigen Zwaan und dessen zwei Jahre älterer Cousine Bet. Es gibt den fragilen Zustand der Erwachsenen, die nach den zurückliegenden Ereignissen im Krieg kaum den Alltag bewältigen, in Amsterdam, im Februar 1947 als die Grachten zugefroren sind. Alle haben großen Verlust zu beklagen: Thomas‘ Mutter starb an Typhus, Zwaans Eltern und Bets Vater wurden von den Nazis deportiert und umgebracht. Der Ich-Erzähler Thomas erfährt von Zwaan, dass er während der Zeit deutscher Besatzung in einem Versteck lebte.
Der Leser lässt sich nicht blenden und hat ein Vergnügen an den sprudelnden, blitzschnellen Dialogen, die das Gegenteil dessen besagen, was sie meinen. Die vordergründigen Gleichgültigkeiten sind in Wirklichkeit wahre Liebeserklärungen der drei untereinander. Hinter dieser Rauheit finden die drei Freunde eine Möglichkeit, sich in diesem schwierigen „Dazwischen“ zurechtzufinden und die Worte bleiben nicht Hülle des Gesagten.
Die metaphorische Schmelze des Beschweigens zurückliegender Ereignisse im Krieg geht einher mit dem Jahreszeitenwechsel und mündet nicht in ein tröstliches, glättendes Ende. Tröstlich ist jedoch das Wissen der drei Freunde umeinander, wenn auch jeder seinen eigenen Weg geht, bis Amerika. Zurück bleibt das Schwebende, dessen Ambivalenz zugleich Eigenart und große Stärke dieses Romans ist. (Linde Storm)
Peter van Gestel
Wintereis. Roman
Aus dem Niederländischen und mit
einem Nachwort von Mirjam Pressler
Beltz & Gelberg, 2008

(c) 2008, Beltz & Gelberg, Weinheim, Basel
Frost und Schneeschmelze, Kindheit und Jugend, Schweigen und Reden, Vergangenheit und Zukunft, Verdrängung und Sehnsucht. Der bereits mehrfach ausgezeichnete Roman „Wintereis“ des berühmten, 1937 geborenen niederländischen Autors Peter van Gestel, siedelt vieles „zwischen den Welten“ an.
Da gibt es die Freundschaft zwischen dem zwölf Jahre alten Thomas mit dem gleichaltrigen Zwaan und dessen zwei Jahre älterer Cousine Bet. Es gibt den fragilen Zustand der Erwachsenen, die nach den zurückliegenden Ereignissen im Krieg kaum den Alltag bewältigen, in Amsterdam, im Februar 1947 als die Grachten zugefroren sind. Alle haben großen Verlust zu beklagen: Thomas‘ Mutter starb an Typhus, Zwaans Eltern und Bets Vater wurden von den Nazis deportiert und umgebracht. Der Ich-Erzähler Thomas erfährt von Zwaan, dass er während der Zeit deutscher Besatzung in einem Versteck lebte.
Der Leser lässt sich nicht blenden und hat ein Vergnügen an den sprudelnden, blitzschnellen Dialogen, die das Gegenteil dessen besagen, was sie meinen. Die vordergründigen Gleichgültigkeiten sind in Wirklichkeit wahre Liebeserklärungen der drei untereinander. Hinter dieser Rauheit finden die drei Freunde eine Möglichkeit, sich in diesem schwierigen „Dazwischen“ zurechtzufinden und die Worte bleiben nicht Hülle des Gesagten.
Die metaphorische Schmelze des Beschweigens zurückliegender Ereignisse im Krieg geht einher mit dem Jahreszeitenwechsel und mündet nicht in ein tröstliches, glättendes Ende. Tröstlich ist jedoch das Wissen der drei Freunde umeinander, wenn auch jeder seinen eigenen Weg geht, bis Amerika. Zurück bleibt das Schwebende, dessen Ambivalenz zugleich Eigenart und große Stärke dieses Romans ist. (Linde Storm)
juvenil.beitrag - 16. Okt, 11:56
