nominiert: "Geschichten aus der Vorstadt des Universums"
DJLP, Sparte Bilderbuch
Shaun Tan
Geschichten aus der Vorstadt des Universums
Aus dem Englischen von Eike Schönfeld
Gestaltung von Dirk Rehm
Carlsen, 2008

(c) 2008, Carlsen Hamburg
In 15 Kurzgeschichten erzählt der Australier Shaun Tan aus der Vorstadt des Universums: Einem ganz besonderen Ort, der vertraut und nah, aber gleichzeitig wie das Ende der Welt erscheint. Hier treffen wir auf einen Wasserbüffel, der immer weiß, welcher der richtige Weg ist, auf Häuser, die einen versteckten, nur durch Zufall zu entdeckenden Innenhof haben, und auf bunte Gartenraketen. Wir erfahren, dass Gedichte, die niemals veröffentlicht werden, doch irgendwann auf die Erde regnen, wie der namenlose Feiertag zelebriert wird und dass das Ende der Straßenkarte auch in der Wirklichkeit das Ende bedeutet.
Die Geschichten aus der Vorstadt des Universums sind komplex – sowohl inhaltlich wie auch gestalterisch. Shaun Tan schafft es, als Autor und Illustrator gleichermaßen zu beeindrucken. Er erzählt phantasievoll, rührend und lustig zugleich, vielschichtig und vor allem niemals langweilig. Dabei verschafft er dem Leser skurrile Begegnungen, die zum Nachdenken anregen.
Dass das Zeichnen dem Australier Spaß macht, ist offensichtlich. Bis ins kleinste Detail ist das Buch mit größter Sorgfalt gestaltet, wobei Tan souverän verschiedene Farbtechniken beherrscht. Jede der 96 Seiten erfüllt ihre Aufgabe. Das gilt auch für den Vor- und Nachsatz mit den vielen akribisch gezeichneten Vignetten, das als Briefumschlag gestaltete Inhaltsverzeichnis oder die letzten als Ausleihkarte der öffentlichen Bibliothek der Vorstadt des Universums arrangierten Seiten.
Der Verlag gibt als Altersangabe ab 12 Jahren an – und das zu Recht. Die vielschichtigen Geschichten und komplexen Zeichnungen richten sich eher an Jugendliche und Erwachsene als an Kinder. Neben diesem Buch hat die Jury auch Ein neues Land (ebenfalls ab 12) von Shaun Tan sowie zwei weitere Bilderbücher nominiert, die sich an Leser ab 7 bzw. 10 Jahren richten. Damit greift sie den Trend auf, dass immer mehr Bilderbücher auf den Markt kommen, die sich an ältere Kinder und Erwachsene richten. Doch lässt sich Shaun Tans Buch wirklich mit den ebenfalls nominierten Räuberkindern (ab 2 Jahren) von Antje Damm vergleichen? Wäre es nicht sinnvoller, eine weiter Sparte einzufügen, die das Bilderbuch für die Kleinen vom Bilderbuch für die Großen unterscheidet?
Fest steht: Shaun Tan ist ein kleines Meisterwerk gelungen. Ein Buch, das sowohl inhaltlich wie auch gestalterisch so besonders ist, dass es nicht nur einen Preis verdient hat – egal in welcher Sparte – sondern auch viele Leser. (Brigitte Paul)
Shaun Tan
Geschichten aus der Vorstadt des Universums
Aus dem Englischen von Eike Schönfeld
Gestaltung von Dirk Rehm
Carlsen, 2008

(c) 2008, Carlsen Hamburg
In 15 Kurzgeschichten erzählt der Australier Shaun Tan aus der Vorstadt des Universums: Einem ganz besonderen Ort, der vertraut und nah, aber gleichzeitig wie das Ende der Welt erscheint. Hier treffen wir auf einen Wasserbüffel, der immer weiß, welcher der richtige Weg ist, auf Häuser, die einen versteckten, nur durch Zufall zu entdeckenden Innenhof haben, und auf bunte Gartenraketen. Wir erfahren, dass Gedichte, die niemals veröffentlicht werden, doch irgendwann auf die Erde regnen, wie der namenlose Feiertag zelebriert wird und dass das Ende der Straßenkarte auch in der Wirklichkeit das Ende bedeutet.
Die Geschichten aus der Vorstadt des Universums sind komplex – sowohl inhaltlich wie auch gestalterisch. Shaun Tan schafft es, als Autor und Illustrator gleichermaßen zu beeindrucken. Er erzählt phantasievoll, rührend und lustig zugleich, vielschichtig und vor allem niemals langweilig. Dabei verschafft er dem Leser skurrile Begegnungen, die zum Nachdenken anregen.
Dass das Zeichnen dem Australier Spaß macht, ist offensichtlich. Bis ins kleinste Detail ist das Buch mit größter Sorgfalt gestaltet, wobei Tan souverän verschiedene Farbtechniken beherrscht. Jede der 96 Seiten erfüllt ihre Aufgabe. Das gilt auch für den Vor- und Nachsatz mit den vielen akribisch gezeichneten Vignetten, das als Briefumschlag gestaltete Inhaltsverzeichnis oder die letzten als Ausleihkarte der öffentlichen Bibliothek der Vorstadt des Universums arrangierten Seiten.
Der Verlag gibt als Altersangabe ab 12 Jahren an – und das zu Recht. Die vielschichtigen Geschichten und komplexen Zeichnungen richten sich eher an Jugendliche und Erwachsene als an Kinder. Neben diesem Buch hat die Jury auch Ein neues Land (ebenfalls ab 12) von Shaun Tan sowie zwei weitere Bilderbücher nominiert, die sich an Leser ab 7 bzw. 10 Jahren richten. Damit greift sie den Trend auf, dass immer mehr Bilderbücher auf den Markt kommen, die sich an ältere Kinder und Erwachsene richten. Doch lässt sich Shaun Tans Buch wirklich mit den ebenfalls nominierten Räuberkindern (ab 2 Jahren) von Antje Damm vergleichen? Wäre es nicht sinnvoller, eine weiter Sparte einzufügen, die das Bilderbuch für die Kleinen vom Bilderbuch für die Großen unterscheidet?
Fest steht: Shaun Tan ist ein kleines Meisterwerk gelungen. Ein Buch, das sowohl inhaltlich wie auch gestalterisch so besonders ist, dass es nicht nur einen Preis verdient hat – egal in welcher Sparte – sondern auch viele Leser. (Brigitte Paul)
juvenil.redaktion - 4. Okt, 08:08
