Kein Platz für Kinder- und Jugendliteratur
Kommentar
An anderer Stelle wurde in diesem Forum schon einmal über die Benachteiligung der Kinder- und Jugendliteratur in den Zeitschriftenbeilagen gesprochen. Das jüngste Beispiel findet sich heute in der LiteraturRundschau.
Insgesamt 16 Seiten umfasst die Beilage der Frankfurter Rundschau, davon befassen sich gerade mal zwei mit der Kinder- und Jugendliteratur. Rechnet man die zwei Anzeigen von jeweils 1/3 Seite hinzu, bleiben genau 1 1/3 Seiten für sieben (!) Rezensionen übrig.
Da fragt man sich, ob es ernst gemeint ist, dass auf dem Titelblatt in mindestens 36p (und ebenso groß wie Literatur und Sachbuch) das Kinder-Jugendbuch angekündigt wird. Und für den Leser sehr vielversprechend steht darunter "Mit Beiträgen über Paula Fox und Rudyard Kipling". Was an sich schon mal falsch ist, denn es werden Bücher besprochen und nicht die Autoren. Aber davon abgesehen sind die vermeintlichen Beiträge doch eher Randnotizen. Boris Halva findet es scheinbar ausreichend, wenn nach einer kurzen Zusammenfassung der Paula Fox-Erzählung "Ein Dorf am Meer" als Resümee "Ein tiefes, aufwühlendes Buch" steht. Ist es das, was sich der Leser unter einer Rezension vorstellt? Wohl kaum. Immerhin fällt ihm zu Kiplings "Dschungelbüchern" mehr ein.
Interessant ist auch, wie Ulla Schickling zwei Sachbücher in 36 Zeilen rezensiert. (Das Erwachsenen-Sachbuch hingegen bekommt für die gleiche Menge eine ganze Seite.) Nun gut, es sind ja auch nur Kochbücher!
Man könnte vermuten, dass die Redaktion nicht mehr zu den Büchern zu sagen hat. Denn statt von einem aussagekräftigen Text werden die Seiten von zwei großen Illustrationen dominiert. Die sind zwar hübsch, aber logischer wäre es gewesen, stattdessen die Buchcover nicht auf Puppenhaus-Briefmarkengröße schrumpfen zu lassen.
Bleibt nur zu hoffen, dass Großmütter, Tanten, Eltern und andere Menschen auf der Suche nach literarischen Weihnachtsgeschenken noch andere Zeitungen lesen oder einen netten Buchhändler um die Ecke haben. Denn die Rundschau hat in Sachen Leseförderung gründlich versagt. (bp)
Siehe auch Keine Überraschung. Kinderliteratur im neuen Magazin ZEIT Literatur
An anderer Stelle wurde in diesem Forum schon einmal über die Benachteiligung der Kinder- und Jugendliteratur in den Zeitschriftenbeilagen gesprochen. Das jüngste Beispiel findet sich heute in der LiteraturRundschau.
Insgesamt 16 Seiten umfasst die Beilage der Frankfurter Rundschau, davon befassen sich gerade mal zwei mit der Kinder- und Jugendliteratur. Rechnet man die zwei Anzeigen von jeweils 1/3 Seite hinzu, bleiben genau 1 1/3 Seiten für sieben (!) Rezensionen übrig.
Da fragt man sich, ob es ernst gemeint ist, dass auf dem Titelblatt in mindestens 36p (und ebenso groß wie Literatur und Sachbuch) das Kinder-Jugendbuch angekündigt wird. Und für den Leser sehr vielversprechend steht darunter "Mit Beiträgen über Paula Fox und Rudyard Kipling". Was an sich schon mal falsch ist, denn es werden Bücher besprochen und nicht die Autoren. Aber davon abgesehen sind die vermeintlichen Beiträge doch eher Randnotizen. Boris Halva findet es scheinbar ausreichend, wenn nach einer kurzen Zusammenfassung der Paula Fox-Erzählung "Ein Dorf am Meer" als Resümee "Ein tiefes, aufwühlendes Buch" steht. Ist es das, was sich der Leser unter einer Rezension vorstellt? Wohl kaum. Immerhin fällt ihm zu Kiplings "Dschungelbüchern" mehr ein.
Interessant ist auch, wie Ulla Schickling zwei Sachbücher in 36 Zeilen rezensiert. (Das Erwachsenen-Sachbuch hingegen bekommt für die gleiche Menge eine ganze Seite.) Nun gut, es sind ja auch nur Kochbücher!
Man könnte vermuten, dass die Redaktion nicht mehr zu den Büchern zu sagen hat. Denn statt von einem aussagekräftigen Text werden die Seiten von zwei großen Illustrationen dominiert. Die sind zwar hübsch, aber logischer wäre es gewesen, stattdessen die Buchcover nicht auf Puppenhaus-Briefmarkengröße schrumpfen zu lassen.
Bleibt nur zu hoffen, dass Großmütter, Tanten, Eltern und andere Menschen auf der Suche nach literarischen Weihnachtsgeschenken noch andere Zeitungen lesen oder einen netten Buchhändler um die Ecke haben. Denn die Rundschau hat in Sachen Leseförderung gründlich versagt. (bp)
Siehe auch Keine Überraschung. Kinderliteratur im neuen Magazin ZEIT Literatur
juvenil.bp - 9. Dez, 15:10
