Es tut sich was in Weinheim
Petra Albers neue Verlagsleiterin von Beltz & Gelberg
Nachdem Hans-Joachim Gelberg sich in den Ruhestand zurückgezogen hat, gaben sich die neuen Verlagsleiter bei Beltz & Gelberg die Klinke in die Hand: Friedbert Stohner machte dort Stopp auf seiner Reise durch die großen KJL-Verlage, der Journalist Harald Kiesel versuchte sich kurz im Verlagsgeschäft und Ulrich Störiko-Blume gibt mittlerweile Pestalozzi und Boje neuen Schwung. Die zwischendurch entstehenden Machtvakuen meisterten die verbleibenden Lektorinnen, die das Programm auch ohne männliche Führung zu steuern wussten. Schließlich sind die Programmleiterinnen Barbara Gelberg (Hardcover) und Silvia Bartholl (Taschenbuch) schon lange im Geschäft. Letzter Stand der Dinge in Weinheim war folgender: Petra Albers und Barbara Gelberg teilten sich die allgemeine Programmleitung, während Verlegerin Marianne Rübelmann, die als Beltz-Familienmitglied dem gesamten Verlagshaus vorsteht, auch die Leitung des Kinder- und Jugendbuchverlags Beltz & Gelberg inne hatte.
Das Kinder- und Jugendbuchprogramm von Beltz ist in den letzten Jahrzehnten stetig gewachsen. Man kaufte Verlage wie Anrich und Middelhauve auf, die mittlerweile dem Programm einverleibt wurden. Neben Beltz & Gelberg und Gulliver gehören zurzeit noch die Kinder- und Jugendbuchverlage Parabel, Der KinderbuchVerlag und Minimax zu Beltz. Weiterhin besteht eine Kooperation mit dem Moritz Verlag. Mit den Ankäufen konnte man sich wichtige Titel für die Backlist sichern, wie beispielsweise die Bücher von Helme Heine und Leo Lionni von Middelhauve sowie zahlreiche DDR-Klassiker aus dem KinderbuchVerlag.
Am 12. Juni meldet nun das Börsenblatt, dass Petra Albers ab sofort die Leitung des Kinder- und Jugendbuchverlags übernimmt. In der Pressemitteilung heißt es:
„Barbara Gelberg bleibt weiterhin Programmleiterin im Bereich »Beltz & Gelberg Literatur«. Albers soll als neue Verlagsleiterin die Programme über die bisherige Linie des literarischen Kinder- und Jugendbuchs hinaus erweitern und in Richtung Unterhaltung und Wissen (populäres Sachbuch) öffnen. Sie ist dafür auch Programmverantwortlich.“ Das sind neue Töne. Bereits mit dem Relounge der Gulliver-Taschenbücher hat der Verlag einen Schritt gemacht, sich von seinem 70er Jahre-Image zu befreien - ohne der Farbe Orange untreu zu werden. Die geplante Erweiterung „in Richtung Unterhaltung und Wissen“ zeigt, dass der Verlag auch in Zukunft kräftig mitmischen will auf dem Kinder- und Jugendbuchmarkt.
Ein mutiger Schritt ist auch mit der Kinderzeitschrift „Der Bunte Hund“ geplant: Ab September erscheint die Zeitschrift zehn- statt wie bisher dreimal jährlich und wird zudem im Buch- und Zeitschriftenhandel käuflich frei zu erwerben sein. Geplant ist eine Startauflage von 60.000 Exemplaren. Chefredakteurin des neuen Bunten Hunds ist Ina Nefzer, die bis 2006 das Eselsohr geleitet hat. Einen Vorgeschmack bietet ein gemeinsam mit der Frankfurter Rundschau initiierter Erzählwettbewerb, wie man ihn aus dem „Bunten Hund“ kennt. An prominentem Ort erschienen an drei Samstagen auf dem Cover des (damaligen) FR-Maganzins ganzseitige Illustrationen von Janosch, Philip Waechter und Nikolaus Heidelbach; alle drei Hausillustratoren bei Beltz & Gelberg, die im Magazin dann auch zum Wettbewerbsthema „Echte Freunde“ zu Wort kamen.
Die wechselvollen und sicher nicht immer einfachen letzten Jahre scheinen dem Verlag nicht geschadet zu haben. Und wie es aussieht war die Veränderung „von innen“ wirkungsvoller als das Vorsetzen eines „Kinderbuch-Machers“ von außen.
Fazit: Man darf gespannt sein auf das, was in nächster Zeit aus Weinheim kommen wird. (kw)
Nachdem Hans-Joachim Gelberg sich in den Ruhestand zurückgezogen hat, gaben sich die neuen Verlagsleiter bei Beltz & Gelberg die Klinke in die Hand: Friedbert Stohner machte dort Stopp auf seiner Reise durch die großen KJL-Verlage, der Journalist Harald Kiesel versuchte sich kurz im Verlagsgeschäft und Ulrich Störiko-Blume gibt mittlerweile Pestalozzi und Boje neuen Schwung. Die zwischendurch entstehenden Machtvakuen meisterten die verbleibenden Lektorinnen, die das Programm auch ohne männliche Führung zu steuern wussten. Schließlich sind die Programmleiterinnen Barbara Gelberg (Hardcover) und Silvia Bartholl (Taschenbuch) schon lange im Geschäft. Letzter Stand der Dinge in Weinheim war folgender: Petra Albers und Barbara Gelberg teilten sich die allgemeine Programmleitung, während Verlegerin Marianne Rübelmann, die als Beltz-Familienmitglied dem gesamten Verlagshaus vorsteht, auch die Leitung des Kinder- und Jugendbuchverlags Beltz & Gelberg inne hatte.
Das Kinder- und Jugendbuchprogramm von Beltz ist in den letzten Jahrzehnten stetig gewachsen. Man kaufte Verlage wie Anrich und Middelhauve auf, die mittlerweile dem Programm einverleibt wurden. Neben Beltz & Gelberg und Gulliver gehören zurzeit noch die Kinder- und Jugendbuchverlage Parabel, Der KinderbuchVerlag und Minimax zu Beltz. Weiterhin besteht eine Kooperation mit dem Moritz Verlag. Mit den Ankäufen konnte man sich wichtige Titel für die Backlist sichern, wie beispielsweise die Bücher von Helme Heine und Leo Lionni von Middelhauve sowie zahlreiche DDR-Klassiker aus dem KinderbuchVerlag.
Am 12. Juni meldet nun das Börsenblatt, dass Petra Albers ab sofort die Leitung des Kinder- und Jugendbuchverlags übernimmt. In der Pressemitteilung heißt es:
„Barbara Gelberg bleibt weiterhin Programmleiterin im Bereich »Beltz & Gelberg Literatur«. Albers soll als neue Verlagsleiterin die Programme über die bisherige Linie des literarischen Kinder- und Jugendbuchs hinaus erweitern und in Richtung Unterhaltung und Wissen (populäres Sachbuch) öffnen. Sie ist dafür auch Programmverantwortlich.“ Das sind neue Töne. Bereits mit dem Relounge der Gulliver-Taschenbücher hat der Verlag einen Schritt gemacht, sich von seinem 70er Jahre-Image zu befreien - ohne der Farbe Orange untreu zu werden. Die geplante Erweiterung „in Richtung Unterhaltung und Wissen“ zeigt, dass der Verlag auch in Zukunft kräftig mitmischen will auf dem Kinder- und Jugendbuchmarkt.
Ein mutiger Schritt ist auch mit der Kinderzeitschrift „Der Bunte Hund“ geplant: Ab September erscheint die Zeitschrift zehn- statt wie bisher dreimal jährlich und wird zudem im Buch- und Zeitschriftenhandel käuflich frei zu erwerben sein. Geplant ist eine Startauflage von 60.000 Exemplaren. Chefredakteurin des neuen Bunten Hunds ist Ina Nefzer, die bis 2006 das Eselsohr geleitet hat. Einen Vorgeschmack bietet ein gemeinsam mit der Frankfurter Rundschau initiierter Erzählwettbewerb, wie man ihn aus dem „Bunten Hund“ kennt. An prominentem Ort erschienen an drei Samstagen auf dem Cover des (damaligen) FR-Maganzins ganzseitige Illustrationen von Janosch, Philip Waechter und Nikolaus Heidelbach; alle drei Hausillustratoren bei Beltz & Gelberg, die im Magazin dann auch zum Wettbewerbsthema „Echte Freunde“ zu Wort kamen.
Die wechselvollen und sicher nicht immer einfachen letzten Jahre scheinen dem Verlag nicht geschadet zu haben. Und wie es aussieht war die Veränderung „von innen“ wirkungsvoller als das Vorsetzen eines „Kinderbuch-Machers“ von außen.
Fazit: Man darf gespannt sein auf das, was in nächster Zeit aus Weinheim kommen wird. (kw)
juvenil.kw - 15. Jun, 09:00
