Lola für „Hände weg von Mississippi“
Gestern Abend wurde in Berlin Hände weg von Mississippi in der Kategorie Bester Kinder- und Jugendfilm mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. Die Gewinnchancen lagen allerdings auch bei 50%, da in dieser Sparte nur zwei Filme nominiert waren. Konkurrent war die Verfilmung von Gudrun Pausewangs Die Wolke, zu dessen schwerem Thema die Zoten von Charles aus Hui Buh (alias Rick Kavanian), der die Preisverleihung in der „Kinder-Kategorie“ übernahm, so gar nicht passen wollten. Kinderfilm ist nicht immer gleich Klamauk.
Der mecklemburg-vorpommersche Kinderwestern Hände weg von Misissippi ist eine Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans von Cornelia Funke (1997). Dass dem Film so viel Aufmerksamkeit zukommt liegt sicherlich nicht nur an der Vorlage der derzeit so gefeierten Autorin und an bekannten Schauspielern wie Katharina Thalbach und Christoph Maria Herbst, sondern auch am Regisseur Detlev Buck. Seine Zuwendung zum Kinderfilm dürfte diesem zu neuem Ansehen verhelfen. So sprach er sein Dankwort in ein auf Kinderhöhe eingestelltes Mikrofon und meinte, dass diese (gebückte) Perspektive sinnbildlich für das Drehen eines Kinderfilms sei, denn sie bedeute, selbst wieder zu einem Kind zu werden. Die Hauptdarstellerin Zoë Charlotte Mannhardt, die die Emma spielt, traute sich leider nicht in das für sie eingestellte Mikrofon zu sprechen und so behielten denn doch die Erwachsenen (Buck und Produzent Claus Boje) das Wort.
Auch wenn daraus keine Lola wurde, so dürfte Lothar Holler mit dem gesamten Team von Mississippi doch stolz auf seine Nominierung für das Beste Szenenbild sein, da es sich bei dieser um die einzige Nominierung eines Kinderfilms in einer anderen als der Sparte Bester Kinder- und Jugendfilm handelt und Hände weg von Mississippi damit gleich behandelt wird wie Das Parfüm und ähnliche „große“ Filme.
Aber wir wollen nicht so kritisch sein und danken der Akademie, dass es die Kategorie Kinder- und Jugendfilm überhaupt gibt. Denn darin ist die deutsche Lola dem amerikanischen Oscar immerhin einen Schritt voraus.
Der Kinderstar des Abends aber war nicht Zoë, sondern Markus Krojer, der den Sebastian in Wer früher stirbt, ist länger tot spielt. Auf ihn schwenkte die Kamera im Laufe des Abends immer wieder. Der Film von Marcus H. Rosenmüller (Drehbuch und Regie) gewann die goldene Lola als bester deutscher Film sowie in den Sparten Bestes Drehbuch, Beste Regie und Beste Filmmusik. Die bayrische Burleske schöpfe aus ihrer Freiheit sich nicht nach einer bestimmten Zielgruppe gerichtet haben zu müssen, betonte Rosenmüller. So sei ein Film für ein Publikum zwischen 7 und 77 entstanden.
Bleibt die Frage: Gab es im letzten Jahr tatsächlich nur zwei gute Kinder- und Jugendfilme in Deutschland? (kw)
Der mecklemburg-vorpommersche Kinderwestern Hände weg von Misissippi ist eine Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans von Cornelia Funke (1997). Dass dem Film so viel Aufmerksamkeit zukommt liegt sicherlich nicht nur an der Vorlage der derzeit so gefeierten Autorin und an bekannten Schauspielern wie Katharina Thalbach und Christoph Maria Herbst, sondern auch am Regisseur Detlev Buck. Seine Zuwendung zum Kinderfilm dürfte diesem zu neuem Ansehen verhelfen. So sprach er sein Dankwort in ein auf Kinderhöhe eingestelltes Mikrofon und meinte, dass diese (gebückte) Perspektive sinnbildlich für das Drehen eines Kinderfilms sei, denn sie bedeute, selbst wieder zu einem Kind zu werden. Die Hauptdarstellerin Zoë Charlotte Mannhardt, die die Emma spielt, traute sich leider nicht in das für sie eingestellte Mikrofon zu sprechen und so behielten denn doch die Erwachsenen (Buck und Produzent Claus Boje) das Wort.
Auch wenn daraus keine Lola wurde, so dürfte Lothar Holler mit dem gesamten Team von Mississippi doch stolz auf seine Nominierung für das Beste Szenenbild sein, da es sich bei dieser um die einzige Nominierung eines Kinderfilms in einer anderen als der Sparte Bester Kinder- und Jugendfilm handelt und Hände weg von Mississippi damit gleich behandelt wird wie Das Parfüm und ähnliche „große“ Filme.
Aber wir wollen nicht so kritisch sein und danken der Akademie, dass es die Kategorie Kinder- und Jugendfilm überhaupt gibt. Denn darin ist die deutsche Lola dem amerikanischen Oscar immerhin einen Schritt voraus.
Der Kinderstar des Abends aber war nicht Zoë, sondern Markus Krojer, der den Sebastian in Wer früher stirbt, ist länger tot spielt. Auf ihn schwenkte die Kamera im Laufe des Abends immer wieder. Der Film von Marcus H. Rosenmüller (Drehbuch und Regie) gewann die goldene Lola als bester deutscher Film sowie in den Sparten Bestes Drehbuch, Beste Regie und Beste Filmmusik. Die bayrische Burleske schöpfe aus ihrer Freiheit sich nicht nach einer bestimmten Zielgruppe gerichtet haben zu müssen, betonte Rosenmüller. So sei ein Film für ein Publikum zwischen 7 und 77 entstanden.
Bleibt die Frage: Gab es im letzten Jahr tatsächlich nur zwei gute Kinder- und Jugendfilme in Deutschland? (kw)
juvenil.kw - 5. Mai, 12:06

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