Mittwoch, 2. März 2011

Oscarreif: Shaun Tan

Die Grüffelo-Verfilmung hat es nicht geschafft, dafür wurde eine andere, ebenso gute Buch-Adaption mit dem Oscar für den besten animierten Kurzfilm ausgezeichnet: The Lost Thing von Shaun Tan

In der Welt der Graphic Novels, Comics, und illustrierten Kinder- und Jugendbücher ist längst bekannt, dass Shaun Tan einer der ganz großen illustrierenden und erzählenden Künstler ist. Nun weiß es auch Hollywood. Am 27. Februar erhielt er zusammen mit Andrew Ruhemann für die Verfilmung seines Bilderbuches The Lost Thing (1999) den Oscar in der Kategorie "Bester Animierter Kurzfilm".

The Lost Thing, In Deutschland unter dem Titel Die Fundsache (2009) bei Carlsen erschienen, ist die Geschichte eines Jungen und eines großen, roten verlorenen Dings, das der Junge eines Tages am Strand findet. Geheimnisvoll und komisch, melancholisch und lapidar – so kommt die detailverliebt und hintersinnig illustrierte Geschichte daher. Shaun Tan ist nicht nur ein grandioser Illustrator, sondern, und das sei an dieser Stelle ausdrücklich erwähnt, auch ein begnadeter Geschichtenerzähler.

Filmisch animiert dauert The Lost Thing eine Viertelstunde und wurde von Sophie Byrne für Passion Pictures Australia produziert. Premiere feierte der Film 2010, Vorbereitung und Produktion zogen sich aber über Jahre. Auf seiner Website dokumentiert der Künstler anhand zahlreicher Skizzen, Bilder und Erläuterungen die Entstehung des Films. Dort kann man sich auch den Filmtrailer ansehen. http://www.shauntan.net/film/lost-thing-film.html

Freuen dürfen sich alle Shaun Tan Fans, denn wie Der Tagesspiegel meldet, plant der Illustrator nun auch sein Bilderbuch ohne Worte, The Arrival (Ein neues Land, Carlsen 2008), zu verfilmen, und zwar abendfüllend.

Über die Oscarverleihung ist überall zu lesen, dass es sich dieses Jahr um eine langweilige Veranstaltung ohne echte Höhepunkte gehandelt habe. Die FAZ schreibt: "Schade, dass die beiden Australier Shaun Tan und Andrew Ruheman, die mit 'The Lost Thing' verdient den Oscar für den besten kurzen Animationsfilm gewonnen haben und auf der Bühne wie Pat und Patachon daherkamen, nicht ausreden durften."

Das war mit Sicherheit Schade, denn die angenehm unprätentiöse Art Shaun Tans kann einer Oscar-Verleihung nur gut tun. Aber vielleicht ist es da wie mit seinen Bildern: betrachtet man sie nur flüchtig, entgeht einem ziemlich viel. (Kirsten Waterstraat)

Mehr über Shaun Tan auf juvenil:
- Rezension zu Ein neues Land
- Kommentar zu Ein neues Land
- Rezension zu Geschichten aus der Vorstadt des Universums

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