Samstag, 8. September 2012

Kiwi-Kolumne

Kleine, unabhängige Verlage in Neuseeland

In einer Marktstudie im Jahr 2008 wurde festgestellt, dass die Hälfte aller Verlage in Neuseeland kleine Verlage mit maximal einer angestellten Vollzeitkraft sind. Und doch werden über 90 Prozent des Umsatzes von den großen, internationalen Verlagen wie Random House, Scholastic usw. gemacht.
Wir möchten einige der kleinen Häuser vorstellen – erfolgreiche Eigenverlage und ambitionierte kleine Programme.

(c) Logo: Frankfurter Buchmesse

Dreamboat Books (Eigenverlag)

Im Jahr 2010 gegründet widmet sich Dreamboat Books qualitativ hochwertigen Bilderbüchern für Jung und Alt. Vom Schreiben und Illustrieren bis hin zum Design haben Eigentümer Mark und Rowan Sommerset alles selbst in der Hand. Das Team ist eingespielt, denn zuvor haben sie bereits gemeinsam eine Designagentur geführt. Ihr Buch Baa Baa Smart Sheep räumte bei den New Zealand Post Children's Book Awards 2011 ab und ihr neuer Titel Two Little Bugs ist Buch des Jahres bei den Book Design Awards. Darin frisst sich ein Käfer buchstäblich durch ein Blatt, wobei das Loch in Blatt und Buchseite wächst, ähnlich dem Klassiker Die kleine Raupe Nimmersatt. Dreamboat Books hat derzeit sechs Titel im Programm, darunter auch solche, die Mark und Rowan Sommerset zuvor unter einem anderen Label veröffentlicht hatten.

Steam Press

Wie der Verlagsname verrät, hat sich Jungverleger Stephen Minchin auf Sci-Fi, Fantasy, Horror, Steampunk und Artverwandtes spezialisiert. Für das erste Buch The Prince of Soul wurden direkt die deutschen und tschechischen Übersetzungsrechte verkauft. Der 2011 gegründete Verlag verkörpert das junge, alternative Neuseeland: In Mansfield and Monsters etwa werden Geschichten der Nationalschriftstellerin Katherine Mansfield dreist mit Vampiren, Zombies u.Ä. gewürzt und in einem Mockumentary-YouTube-Video als neu entdeckte Urfassungen angepriesen. Weiterhin im Programm ist das erste Sci-Fi-Fantasy-Werk des etablierten Autoren Michael Morrissey. Das übertrieben trashige Cover verspricht wiederum einen hohen Unterhaltungsfaktor. Im Onlineshop sind die Bücher als günstige Ebooks erhältlich.

Hinterlands Press (Eigenverlag)

Hinterlands Press hat juvenil bereits im Interview mit Autorin und Verlegerin Johanna Knox vorgestellt (hier). Sie führt den Verlag zusammen mit ihrem Partner Walter Moana und auch diese beiden haben zuvor bereits als Autoren- und Designerteam zusammengearbeitet. Ihr erster Titel The Flytrap Snaps (hier die juvenil-Rezension), ein verrückter witziger Kinderroman über eine sprechende Venusfliegenfalle mit Starambitionen, ist der erste Teil einer Reihe, der Flytrap Papers. Der zweite Teil ist in Arbeit.

Gecko Press

Gecko Press ist auf das Übersetzen von Kinderbüchern, vor allem Bilderbüchern, ins Englische spezialisiert. Seit der Gründung im Jahr 2005 wuchs das Programm stetig von vier Büchern (z.B. von Jutta Bauer und Adelheid Dahimène) auf über achtzig Titel, um die sich neben Verlegerin Julia Marshall mittlerweile auch Assistant Publisher Jane Arthur kümmert. Gecko brachte unter anderem Wolf Erlbruchs Ente, Tod und Tulpe und einige "Petterson und Findus"-Bücher nach Neuseeland. Aber nicht nur dorthin. Seit 2009 findet man auch in britischen Buchhandlungen Bücher mit dem Gecko-Logo und im letzten Jahr wurde der amerikanische Markt anvisiert. Neben Übersetzungen veröffentlicht der Verlag auch einen kleinen Anteil neuseeländischer Titel, zum Beispiel eines der letzten Bücher der jüngst verstorbenen Margaret Mahy (Mister Whistler), das im Oktober erscheinen wird.

Book Island

Die in Neuseeland lebende Belgierin Greet Pauwelijn hat einiges vor. Mit Book Island wird sie englische Versionen anspruchsvoller Kinderbücher aus ihrer Heimat aber auch anderen Ländern nach Aotearoa bringen. Gleichzeitig veröffentlicht Book Island in Belgien und den Niederlanden Übersetzungen ins Niederländische. Das englischsprachige Programm startet im November, unter anderem mit Sammy and the Skyscraper Sandwich von Lorraine Francis und dem wunderbaren Illustrator Pieter Gaudesaboos. Book Island arbeitet mit internationalen Übersetzern wie der preisgekrönten Britin Laura Watkinson einerseits und neuseeländischen LektorInnen andererseits zusammen.

(Anne Siebeck)

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