Dienstag, 1. Dezember 2009

Emma

juvenilAdventkalender 1

Weihnachten. Wir warten drauf.
Jeden Tag ein Türchen auf.


Jutta Bauer:
Emmas Weihnachten
Hamburg: Carlsen 2009
(nicht paginiert)

Montag, 30. November 2009

Von Vampiren, Werwölfen und sexueller Abstinenz

“New Moon“ ist in den deutschen Kinos angelaufen

twilightAm 26. November 2009 ist der zweite Teil der “Twilight“-Tetralogie in den deutschen Kinos angelaufen. Es ist die Geschichte eines Mädchens, das sich in einen, im Vergleich zu seinem Artgenossen Dracula, ziemlich harmlosen, jedoch gut aussehenden Vampir verliebt, der „vegetarisch“ (ohne sich von Menschenblut zu ernähren) lebt und im Sonnenlicht schrecklich schön glitzert und funkelt. Während die vorwiegend weibliche Fangemeinde im Teenageralter voller Begeisterung die Kinos stürmt, sich mit diversen Fanartikeln eindeckt und immer wieder abwägt ob nun der Vampir Edward oder dessen Kontrahent der Werwolf Jacob mehr ihrem Geschmack entspricht, sind die Kritiker ganz und gar nicht von der Qualität des Films überzeugt.

Zu Recht, denn in “New Moon“, der Verfilmung des zweiten Bestsellers von Stephenie Mayer, der auch als ein verkapptes Plädoyer für die sexuelle Enthaltsamkeit vor der Ehe gelesen werden kann, wird den Zuschauern einiges zugemutet. Die Darstellung der Geschlechter ist klischeehaft. Die strahlenden und starken männlichen Helden retten die, so oft verschreckt und hilflos dreinschauende, Heldin Bella immer wieder vor ihrem eigenen Leichtsinn. Dies ist zwar werkgetreu, aber in gewisser Hinsicht sehr traurig. Das Mädchen gilt hier als Opfer, als jemand der vor sich selbst bewahrt werden muss und von dem Zweifel geplagt wird, nicht gut genug für ihren Partner zu sein. Die Charakterisierung Bellas wirkt bei genauerem Hinsehen nicht nur unzeitgemäß sondern auch sexistisch, wie die Professorin Carmen Siering im amerikanischen “Ms. Magazine“ festgestellt hat.

Darüber hinaus wimmelt es im Film nur so von unfreiwillig komischen Situationen und logischen Brüchen in der Handlung. Daher fragt sich sicher nicht nur Harald Peter in seiner “Welt“-Filmrezension zu “New Moon“, sondern auch manch anderer Zuschauer: Warum laufen Jugendliche, die das Werwolfgen haben, selbst bei Regenwetter ohne T-Shirt rum, ohne dass sich jemand im Dorf wundert: "Ist euch nicht kalt?“

Eine plausible Erklärung für diese Absurdität kann der Film nicht bieten, es bleibt nur die Vermutung, dass der durchtrainierte Oberkörper des Werwolfs Jacob bei dieser Einstellung für das weibliche Publikum ins rechte Licht gerückt werden sollte. Die Fans werden sicher wohlwollend über die Schwächen des Films hinwegsehen. Bereist jetzt schlägt “New Moon“ zahlreiche Besucherrekorde, wie die “Zeit“ berichtet. Die meisten eingefleischten Cineasten werden für den Film jedoch nur ein müdes Lächeln übrig haben. (Anette John)

Abbildung: Twilight, (c) Concorde 2009

Die zitierten Artikel können hier in voller Länge nachgelesen werden:

“Twilight“-Fortsetzung
"New Moon" ist stümperhaft, blutleer und öde.

Das Warten geht weiter: In der blutleeren "Twilight"-Fortsetzung "New Moon" siegt wieder die Vernunft über den Sex. Und das nervt. Dabei hätte aus der Geschichte eines Mädchens (Kristen Stewart), das zwischen zwei Mutanten (Robert Pattinson, Taylor Lautner) hin und her schwankt, durchaus etwas werden können.
Von Harald Peter. Weiter auf welt.de

New Moon, Same Old Sexist Story
This is a film full of gender stereotypes — testosterone-driven male aggression, females who pine away over lost loves, boys who fix motorcycles and the girls who watch them.
Von Carmen D. Siering und Katherine Spillar. Weiter auf msmagazine.com

"New Moon“-Vampire sprengen Rekorde
So viel Biss hatten Hollywood-Insider nicht erwartet. Das romantische Vampirdrama «New Moon - Bis(s) zur Mittagsstunde» hat nach der Premiere in den USA von Freitag bis Samstag üppige 142 Millionen Dollar in die US-Kinokassen gespült.
dpa-Newsticker. Mehr auf zeit.de

Montag, 23. November 2009

Charles Dickens' Geister der Weihnacht

... lehren Ebenezer Scrooge und den Zuschauer dieses Jahr in 3D das Fürchten. Lesenswert ist die Filmkritik von Daniel Sander:

Dickens-Verfilmung
Flache Story in 3 D

Alle paar Jahre wird Charles Dickens' Klassiker "Eine Weihnachtsgeschichte" verfilmt. Die neueste Version von Disney versucht es mit 3D, aufwendiger Animationstechnik und Jim Carrey in der Hauptrolle. Was fehlt, ist ein bisschen Herz.
Von Daniel Sander, weiter auf spiegel.de.

Montag, 9. November 2009

Ein Blick auf die DDR: objektiv und zugleich persönlich

Susanne Fritsches Die Mauer ist gefallen ist kein weiteres Auftragsbuch zum 20jährigen Jubiläum des Mauerfalls

Wer vor 20 Jahren und später in Deutschland geboren wurde, hat das Glück, in einem ungeteilten Land aufgewachsen zu sein. Die Deutsche Demokratische Republik ist seit 19 Jahren Geschichte. Das Wissen um die Geschichte der DDR und der sogenannten “Wende“ ist nicht nur bei jungen Menschen in Deutschland, sondern auch bei vielen älteren “Wessis“ erstaunlich dürftig.

Die-Mauer-ist-gefallen
Susanne Fritsche: Die Mauer ist gefallen
(c) dtv, München 2009

Susanne Fritsches Die Mauer ist gefallen sei daher nicht nur Jugendlichen, den eigentlichen Adressaten dieser kleinen Geschichte der DDR, empfohlen, sondern allen, die ihrem Wissen auf die Sprünge helfen möchten ohne dicke Abhandlungen lesen zu wollen.

Zum 20jährigen Jubiläum des Mauerfalls sind eine Reihe von Titeln über die ehemalige DDR und den Mauerfall erschienen, Die Mauer ist gefallen von Susanne Fritsche zählt ganz bestimmt zu den Besten. Erschienen ist die Erstausgabe bereits 2004 bei Hanser, seit 2005 liegt das Buch in der Reihe Hanser bei dtv als Taschenbuch vor, im Herbst 2009 ist eine überarbeitete Neuauflage erschienen.

Entstanden ist das Buch als Diplomarbeit, Susanne Fritsche hat Visuelle Kommunikation an der Bauhaus-Universität Weimar studiert. Und genau darin liegt das Geheimnis dieses Buches: denn Die Mauer ist gefallen. Eine kleine Geschichte der DDR ist kein Auftragstitel zum 20jährigen Mauerfall und nicht mit einseitigem Blick auf die jugendlichen Adressaten entstanden.

Vielmehr wird darin ein Blick aus der Perspektive eines jungen Menschen auf die DDR geworfen, der die ersten zehn Lebensjahre im real existierenden Sozialismus verbracht hat. Deshalb erhält das Leben von Kindern in Alltag, Schule und als Junge Pioniere besondere Aufmerksamkeit, wird aber nicht in den Vordergrund gestellt. Die Fakten über die DDR und deren Zusammenbruch machen das Werk aus und werden anschaulich und kurzweilig dargestellt.

Susanne Fritsche versteht es hervorragend, die nicht einfachen historischen, politischen, ideologischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten zu formulieren. Im Fließtext erwähnte Fachbegriffe, Bezeichnungen und Personen werden am unteren Seitenrand in kurzen Infotexten erläutert. So kann das Buch auch als Nachschlagewerk benutz werden. In kurzen, einfachen Sätzen erklärt Fritsche stilsicher komplexe Zusammenhänge, ohne sich dabei bevormundend oder anbiedernd an die jungen Leser zu wenden, denn diese befinden sich auf Augenhöhe.

Die Autorin wurde 1979 in Thüringen geboren und bringt ihre eigenen Erfahrungen und Erlebnisse ein, ohne das Feld der Objektivität zu verlassen. Aber anhand von Beispielen wie dem Bericht über den Kauf eines Farbfernsehers oder Abbildungen von eigenen Gegenständen und Fotografien erhält diese Geschichte der DDR eine persönliche Note.

Dass es sich ursprünglich um eine Arbeit aus dem Fachgebiet der Visuellen Kommunikation handelt, ist dem Buch aufs positivste anzusehen. Satzspiegel, Schrifttype, Layout und Abbildungen – alles sparsam und ausgewogen eingesetzt – führen dazu, dass dieses Buch auch ästhetisch überzeugt.

Gerne würde man weitere Bücher von Susanne Fritsche lesen und betrachten. (Kirsten Waterstraat)

Susanne Fritsche
Die Mauer ist gefallen
Eine kleine Geschichte der DDR
Mit Abbildungen
dtv, Reihe Hanser
ISBN 978-3-423-62419-0
Euro 7,95 [D]
Unterrichtsmaterialien zum Buch stehen für Lehrer auf der Verlagsseite zur Verfügung.

Sonntag, 8. November 2009

Per Anhalter durch die Galaxis

... ist 30 geworden und Eoin Colfer musste durchs Fegefeuer

"Keine Panik"
Der "Anhalter" von Douglas Adams wird 30
Von Ben Schwan auf taz.de
"'The Hitchhiker's Guide to the Galaxy' von Douglas Adams feiert seinen 30. Geburtstag. Der Kultklassiker hatte das Internet stark beeinflusst. Rechtzeitig zum Jubiläum erscheint die Fortsetzung.

Per Anhalter durchs Fegefeuer
Douglas-Adams-Nachfolger Colfer
Von Jörg Böckem auf spiegel.de
" 'Geldschneiderei' und 'Frevel' waren die harmloseren Schmähungen, die sich Eoin Colfer anhören musste, als er eine Fortsetzung des Science-Fiction-Klassikers 'Per Anhalter durch die Galaxis' schrieb. Jetzt scheint sich zwar alles in Wohlgefallen aufzulösen, doch der Ire ist sich sicher: Nie wieder!

Montag, 2. November 2009

Der Friedhof als Refugium

Das Graveyard-Buch von Neil Gaiman

Während die 3D-Puppentrickverfilmung von Neil Gaimans Roman Coraline das Kinopublikum seit einigen Monaten in eine grell-bunte und düstere Parallelwelt entführt, ist im Arena Verlag inzwischen ein weiteres bemerkenswertes Jugendbuch des erfolgreichen britischen Schriftstellers erschienen, mit dem Neugier weckenden Titel: Das Graveyard-Buch. Weiter...

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Zuletzt aktualisiert: 30. Nov, 20:15